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12. August 2026 | 08:30 Uhr
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Iran-Krieg und späte Buchungen drücken das Ergebnis von TUI

TUI hat im dritten Quartal des Geschäftsjahres 124 Millionen Euro Nettogewinn erzielt, 45 Prozent weniger als vor einem Jahr. Das bereinigte Betriebsergebnis sank um 27 Prozent auf 234 Millionen Euro. Nach neun Monaten steht unter dem Strich ein Verlust von 112 Millionen Euro. CEO Sebastian Ebel (Foto) betont, 2026 sei "kein normales Jahr".

Ebel Sebastian

Sebastian Ebel sieht TUI trotz weltweiter Turbulenzen gut aufgestellt

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Auch beim Umsatz blieb TUI im dritten Quartal hinter dem Vorjahr zurück. Von April bis Juni nahm der Konzern 5,82 Milliarden Euro ein, ein Minus von 6,1 Prozent. Das bereinigte operative Ergebnis sank von 320,6 auf 233,8 Millionen Euro.

TUI-Chef Ebel beschreibt das Umfeld als ungewöhnlich: "2026 ist kein normales Jahr." Geopolitische Krisen wie der Iran-Krieg, wirtschaftliche Schwäche und Konsumzurückhaltung hätten die Kaufentscheidungen verzögert. Die Nachfrage sei grundsätzlich vorhanden, werde aber kurzfristiger. In den vergangenen vier Wochen habe die Buchungsdynamik wieder angezogen.

Neunmonatsergebnis verschlechtert sich

Von Oktober bis Ende Juni erzielte TUI einen Umsatz von 14,38 Milliarden Euro, 2,7 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Das bereinigte EBIT sank von 164,7 auf 118,3 Millionen Euro. Unter dem Strich weitete sich der Konzernverlust von 68,6 auf 112,4 Millionen Euro aus.

Nach Angaben des Unternehmens belasteten der Iran-Krieg und der Hurrikan auf Jamaika das bereinigte Ergebnis der ersten neun Monate mit insgesamt 81 Millionen Euro. Ohne diese Einmaleffekte hätte das operative Ergebnis über dem Vorjahreswert gelegen, betont Finanzchef Mathias Kiep.

Kreuzfahrten legen nach neun Monaten zu

Die einzelnen Geschäftsbereiche entwickelten sich unterschiedlich. Hotels & Resorts erzielten im dritten Quartal ein bereinigtes EBIT von 122,7 Millionen Euro, 6,2 Prozent weniger als im Vorjahr. Nach neun Monaten lag das Ergebnis mit 350,7 Millionen Euro um 8,6 Prozent niedriger.

Das Kreuzfahrtgeschäft steigerte sein bereinigtes Betriebsergebnis dagegen in den ersten neun Monaten um 7,8 Prozent auf 293,9 Millionen Euro. Der Iran-Krieg belastete das Segment mit 40 Millionen Euro. Mein Schiff 4 und Mein Schiff 5 mussten zeitweise in Häfen der Golfregion bleiben und Reisen aussetzen. TUI Musement steigerte das Neunmonatsergebnis auf 14,6 Millionen Euro.

Schwächer lief es in der Sparte Märkte + Airline, in der die Fluggesellschaften und Veranstalter gebündelt sind. Das operative Ergebnis sank im dritten Quartal auf minus 17,4 Millionen Euro nach plus 49,7 Millionen Euro im Vorjahr. TUI nennt eine schwächere Nachfrage, höhere Treibstoffkosten und zusätzlichen Kapazitätsdruck in wichtigen Destinationen als Gründe. Der Konzern habe diesen Effekten allerdings mit weniger Risikokapazitäten entgegengesteuert.

Buchungen ziehen zuletzt wieder an

Für den Sommer liegt der gebuchte Umsatz bei Märkte + Airline um sechs Prozent unter dem Vorjahr. In den vergangenen vier Wochen hätten die gebuchten Umsätze indes um sieben Prozent darüber gelegen, ergänzt Ebel. Besonders gefragt seien Griechenland und Spanien einschließlich der Balearen und Kanaren.

An der Prognose für das Gesamtjahr hält der Konzern fest. Für das Geschäftsjahr 2026 erwartet TUI bei konstanten Wechselkursen ein bereinigtes EBIT zwischen 1,1 und 1,4 Milliarden Euro. Voraussetzung sei, dass sich die geopolitischen Spannungen nicht wesentlich verschärfen und die Treibstoffversorgung gesichert bleibt. Eine Umsatzprognose gibt TUI derzeit nicht ab.

TUI-Chef Ebel hat am heutigen Mittwoch noch einen weiteren öffentlichen Auftritt. Er spricht am späten Abend in der Talkshow "Maischberger" über die deutsche Wirtschaft und die Probleme der Reisebranche.

Christian Schmicke

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