Klaus-Michael Kühne im Alter von 89 Jahren verstorben
Klaus-Michael Kühne (Foto) ist im Alter von 89 Jahren gestorben. Der Logistikunternehmer war über seine Holding größter Einzelaktionär von Lufthansa und hielt zuletzt mehr als 20 Prozent der Aktien. Daneben engagierte er sich unter anderem bei Hapag-Lloyd und Flix. In Hamburg ließ Kühne gemeinsam mit seiner Frau Christine das Luxushotel The Fontenay errichten.
Kühne + Nagel
Klaus-Michael Kühnes Kerngeschäft war die Logistik, doch er engagierte sich auch in Luftfahrt, Sport und Hotellerie
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Kühnes unternehmerische Karriere begann im Familienunternehmen Kühne + Nagel, in das er 1958 eintrat. Sein Großvater hatte das Unternehmen 1890 mitgegründet. 1966 übernahm er den Vorstandsvorsitz, später führte er Kühne + Nagel International. Aus dem mittelständischen Transportbetrieb entstand ein Logistikkonzern mit mehr als 1.300 Niederlassungen in knapp 100 Ländern und rund 88.000 Mitarbeitern.
Über seine Holding hielt Kühne zuletzt 53 Prozent an Kühne + Nagel und 30 Prozent an der Reederei Hapag-Lloyd. Hinzu kamen Beteiligungen an Flix und Lufthansa.
Später Einstieg bei Lufthansa
Bei Lufthansa stieg Kühne erst 2022 ein. In den folgenden Jahren stockte seine Holding die Beteiligung mehrfach auf und hielt zuletzt mehr als 20 Prozent der Aktien. Damit war sie größte Einzelaktionärin des Konzerns. Mit Karl Gernandt stellt die Holding zudem ein Mitglied im Lufthansa-Aufsichtsrat.
Kühne begleitete die Entwicklung der Airline kritisch. Die Vielzahl der Marken im Konzern bezeichnete er als irritierend. Zudem monierte er, Lufthansa liefere den Kunden zu häufig nicht das Versprochene und setze aus seiner Sicht zu stark auf Wetlease.
Die Beteiligung bleibt auch nach Kühnes Tod bestehen. Einen großen Teil seines Vermögens hatte er bereits zuvor in eine Stiftung eingebracht, die Eigentümerin der Kühne Holding ist.
Vom Logistiker zum Hotelinvestor
Auch in der Hotellerie hinterließ Kühne Spuren. In seinen späteren Jahren ließ er gemeinsam mit seiner Frau Christine das Luxushotel The Fontenay am Hamburger Alsterufer bauen. Christine Kühne ist bis heute Mitinhaberin.
Für die Entwicklung des Hauses holte das Ehepaar den erfahrenen Hotelier Thies Sponholz nach Hamburg. Der heutige geschäftsführende Hoteldirektor berichtete, Kühne habe sich auch nach seinem Rückzug aus dem operativen Geschäft regelmäßig mit Materialfragen, Preisvergleichen und Konzepten beschäftigt und sei ihm als Sparringspartner verbunden geblieben.
Eng mit Hamburg verbunden
Kühne wurde in Hamburg geboren, lebte aber seit Jahrzehnten im schweizerischen Schindellegi. Seiner Heimatstadt blieb er indes durch zahlreiche Engagements verbunden. Er unterstützte unter anderem die Elbphilharmonie, gründete eine Logistik-Hochschule und engagierte sich beim HSV.
Kühne hinterlässt seine Ehefrau Christine. Das Paar hatte keine Kinder.