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28. August 2020 | 16:06 Uhr
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Kritik an Reisepolitik der Regierung wird schärfer

Der Schlingerkurs der Bundesregierung sei schädlich und verunsicherte Reisende, meint DRV-Hauptgeschäftsführer Dirk Inger. Denn das Gros der Infektionen von Reiserückkehrern komme nicht aus klassischen Urlauberzielen. Gemeinsam kritisieren DRV und Airlines wie Lufthansa außerdem eine planlose Teststrategie.

Coronavirus Flughafen Stoppschild Symbolfoto Foto iStock BrasilNut1.jpg

Weniger Tests, dafür Qusarantäne, lautet die Ansage der Regierung

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Am Donnerstag hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn dazu aufgerufen, auf Reisen in Risikogebiete zu verzichten. Wenige Tagen zuvor hatte er bei der Einstufung Spaniens als Risikogebiet noch hervorgehoben, dass Reisen unter Beachtung der Hygienemaßnahmen möglich seien. Reisewarnungen seien kein Reiseverbot, hatte Spahn erklärt. DRV-Geschäftsführer Inger zeigt sich angesichts der erneuten Volte empört: "Es wird politisch mit Begriffen hantiert, die verunsichern und kaum zu unterscheiden sind: Reiseverbot, Reisewarnung, Risikogebiet, jetzt sogar noch ein Verzichtsappell nicht zu reisen. Wir brauchen stattdessen klare Regeln und eine klar erkennbare Strategie", so Inger.

Branche fordert intelligente Teststrategie

Tatsache sei, dass die klassischen Urlaubsländer und deren "Rückkehrer" nachweislich nicht das Problem seien und im Vergleich in äußerst geringem Ausmaß Corona "mitbrächten", erklärt der DRV-Manager. Dieses gehe aus Daten der Flughäfen hervor, die freiwillige Rückkehrer testen. Auch die Zahlen des Robert-Koch-Instituts belegten das ganz eindeutig. Auf Platz 1 der Corona-Infektionen aus dem Ausland stehe Kosovo. "Das ist kein klassisches Urlaubsland der Deutschen“, stellt Inger fest.  Vielmehr seien es individuelle Reisebewegungen, meist mit dem Auto, zu Freunden, zu Familien, Verwandten.

Auch an der geplanten Reduzierung der Tests übt Inger Kritik: "Wir haben als Reisewirtschaft das verstärkte Testen ausdrücklich begrüßt, gerade was Reisen aus Risikoländern betrifft. Wenn wir an Testkapazitätsobergrenzen kommen, müssen wir intelligenter testen“, fordert er. Nicht ausnahmslos alle, auch wenn dies wünschenswert wäre, sondern eben diejenigen, die aus Hochrisikogebieten wie Kosovo, Serbien, Bosnien und Herzegowina kämen.

Gerade aufgebaute Testzentren sollen abgebaut werden

Lufthansa-Vorstand Harry Hohmeister hatte ebenfalls heftig kritisiert, dass die Bundesregierung die erst kürzlich eingeführte Praxis verpflichtender Tests wieder einkassieren und durch eine obligatorische Quarantäne ersetzen will. Der Carrier hatte zusammen mit Partnern an den Flughäfen Teststationen aufgebaut, die es erlauben, bis zu 50.000 Personen pro Tag auf das Coronavirus zu testen.

Dem „Spiegel“ sagte Hohmeister nun, Lufthansa sei von der Regierung nicht vorab darüber informiert worden, dass diese Einrichtungen nun nicht mehr benötigt würden. „Das Thema macht uns nicht nur bei der Lufthansa selbst Sorgen“, so der LH-Vorstand. „Wenn wir die Tests abschaffen und jeden direkt in Quarantäne schicken, droht uns ein zweiter Lockdown, und das, obwohl wir uns große Mühe gegeben haben, diese Testzentren innerhalb kürzester Zeit aufzubauen.“

Christian Schmicke

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