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10. August 2021 | 11:41 Uhr
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Lokführerstreik legt Fernverkehr weitgehend lahm

Drei von vier Fernzügen in Deutschland fallen heute und morgen aus. Die Gewerkschaft der Lokomotivführer (GDL) hat bundesweite Streiks von Mittwoch um 2 Uhr morgens bis Freitag um 2 Uhr morgens ausgerufen. Laut GDL-Chef Claus Weselsky stimmten zuvor 95 Prozent seiner Mitglieder in einer geheimen Urabstimmung für Streiks.

Bahn_Gleissperrung_Foto Deutsche Bahn Volker Emersleben

Weil die Lokführer streiken, kommt es am Mittwoch und Donnerstag zu Störungen im Bahnverkehr

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Die Deutsche Bahn reagiert auf den angekündigten Streik der Gewerkschaft Deutscher Lokführer (GDL) mit einem Ersatzfahrplan für den Fern- und Nahverkehr. Im Fernverkehr werde das bundesweite Angebot für Mittwoch und Donnerstag auf rund ein Viertel reduziert, heißt es. Priorität hätten die besonders stark genutzten Verbindungen, so zwischen Berlin und der Rhein-/Ruhr-Region, zwischen Hamburg und Frankfurt am Main sowie die Anbindung wichtiger Bahnhöfe und Flughäfen.

Um Streikmaßnahmen im Tarifkonflikt mit der Bahn zu rechtfertigen, war laut Gewerkschaftschef Weselsky eine Zustimmung von mindestens 75 Prozent der Gewerkschaftmitglieder erforderlich. Das Ergebnis zeige "die Stimmung in der Belegschaft sehr deutlich", erklärte der oberste GDL-Funktionär. Die Deutsche Bahn befinde sich in einer Auseinandersetzung mit der Belegschaft, nicht mit der Gewerkschaftsspitze. Der Verhandlungsweg sei "ausgeschöpft, die Verhandlungen sind gescheitert", so Weselsky. Deswegen komme es nun zum Arbeitskampf.

Dass nun von Mittwoch bis Freitag gestreikt wird, sieht der GDL-Chef als Zugeständnis an die Bahnkunden. Damit solle der Wochenend- und Ferienverkehr "nicht weiter belastet werden". Es ist anzunehmen, dass der 48-stündige Streik in dieser Woche nur der Anfang ist. Sollte das Bahn-Management nicht auf die Forderungen der Gewerkschaft eingehen, würden weitere Maßnahmen folgen, so Weselsky. Einen Termin dafür nannte er nicht.

Dass die Bahn von der Streikankündigung nicht begeistert ist, versteht sich von selbst. "Gerade jetzt, wenn die Menschen wieder mehr reisen und die Bahn nutzen, macht die GDL-Spitze den Aufschwung zunichte, den wir in Anbetracht der massiven Corona-Schäden dringend brauchen", teilt Personalchef Martin Seiler in einer Pressemitteilung mit. Er kritisiert, die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) habe sich nicht an ihre Ankündigung gehalten, den Kunden ausreichend Vorlauf zu lassen, bevor der Streik beginnt.