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3. Juli 2024 | 14:45 Uhr
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Mailen

Lufthansa darf unter Auflagen bei ITA Airways einsteigen

Die EU-Kommission hat den Einstieg der Lufthansa bei der italienischen Fluggesellschaft ITA Airways unter Auflagen freigegeben. Für die Minderheitsbeteiligung von 41 Prozent muss Lufthansa eine Kapitaleinlage von 325 Millionen Euro aufbringen, die restliche Anteile kann Lufthansa frühestens ab dem Jahr 2025 übernehmen.

ITA Airways

Die Lufthansa darf bei ITA einsteigen

17 Monate dauerten die Verhandlungen, immer wieder musste die Lufthansa Zugeständnisse machen. Doch nun hat die EU-Kommission ihr grünes Licht erteilt und erklärt, welche Auflagen konkret zu erfüllen sind. Mit dem Abschluss der Transaktion (Closing) wird im vierten Quartal 2024 gerechnet. Voraussetzung hierfür ist sowohl die vorherige Umsetzung der mit der EU-Kommission verhandelten Zugeständnisse als auch die Zustimmung von weiteren Wettbewerbsbehörden außerhalb der EU. 

Lufthansa muss demnach für Flüge nach Washington, San Francisco und Toronto drei Jahre lang Wettbewerbern helfen, attraktive Verbindungen anzubieten. So will die EU-Kommission verhindern, dass auf den Verbindungen nach Nordamerika ein faktisches Monopol entsteht. Die nun auszugestaltende Regelung könnte beispielsweise beinhalten, dass Lufthansa und ITA zeitlich passende Anschlussflüge zu Air France nach Paris planen, wobei die Umsteigezeit in Richtung USA maximal drei Stunden betragen darf. Damit verhindert Lufthansa, dass ITA-Flüge nach Amerika aus dem bestehenden Joint-Venture ausgeschlossen werden.

Am Flughafen Mailand dürfen Lufthansa und ITA zudem weniger Start- und Landezeitfenster nutzen als zuvor. Im Sommer sind wöchentlich 204 Slots abzugeben, im Winter 192. Davon profitieren insbesondere Easyjet und Volotea, die auf zehn Strecken für mehr Wettbewerb sorgen sollen.

Rom wird das südliche Drehkreuz der Lufthansa Group 

ITA Airways soll nach dem Closing als fünfte Netzwerk-Airline eng in die Lufthansa Group integriert werden und dabei ihre Marke ITA Airways erhalten, heißt es seitens der Lufthansa. Die italienische Fluglinie werde dann als Teil des von Lufthansa Group erfolgreich etablierten Multi-Hub-, Multi-Airline- und Multi-Marken-Systems zahlreiche Synergien nutzen, wie beispielsweise beim weltweiten Vertrieb, dem Loyalitätsprogramm Miles & More oder auch bei Flugzeug- oder Treibstoffeinkauf.

Italien wird für die Lufthansa Group nach Deutschland, Österreich, der Schweiz und Belgien dann der fünfte "Heimatmarkt" und der Flughafen Rom-Fiumicino künftig das sechste und geografisch südlichste Drehkreuz. Insgesamt will Lufthansa rund 800 Millionen Euro für ITA bezahlen. Direkt nach dem Closing sollen die Streckennetze durch Codesharing miteinander verknüpft werden, sodass Fluggäste die Angebote der Airlines kombinieren können. Dadurch entstehen über 1.000 neue Umsteigemöglichkeiten, die vor allem für Ziele in Südamerika, Nordafrika und im Nahen Osten zusätzliche Verbindungen schaffen, heißt es von der Lufthansa. ITA Airways werde zudem den Wettbewerb in Italien, der aktuell durch eine überragende Stellung von Low-Cost-Airlines geprägt ist, stärken.

Hintergrund: ITA Airways wurde im November 2020 als Nachfolgegesellschaft der in wirtschaftliche Schieflage geratenen Alitalia gegründet und nahm ihren Flugbetrieb am 15. Oktober 2021 auf. Das Unternehmen zählt heute rund 4.860 Mitarbeitende. Die Fluglinie mit Firmensitz in Rom beförderte im vergangenen Jahr knapp 15 Millionen Fluggäste und verfügt über eine moderne Flotte von 96 Airbus-Flugzeugen, davon 23 Langstrecken- und 73 Kurzstreckenflugzeuge. Derzeit bedient ITA Airways insgesamt 69 Flugziele.

Pascal Brückmann

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