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11. November 2020 | 12:28 Uhr
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Lufthansa findet neuen Mann für Mammutaufgabe Finanzen

Remco Steenbergen (Foto) übernimmt beim LH-Konzern zum Jahreswechsel die Leitung des Finanzressorts. Auf den 52-jährigen gebürtigen Niederländer, derzeit noch CFO beim Schweizer Schokoladenkonzern Barry Callebaut, warten schwierige Aufgaben.

Steenbergen Remco

Remco Steenbergen wird neuer CFO bei Lufthansa

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Steenbergen erhält bei Lufthansa einen Vertrag mit einer Laufzeit von drei Jahren. Mit seiner Berufung behebt der Luftfahrtkonzern einen kuriosen Missstand. Denn nachdem der frühere CFO Ulrik Svensson schon zu Beginn der Corona-Pandemie seinen Job aus gesundheitlichen Gründen aufgeben musste, hatte zunächst Thorsten Dirks dessen Aufgaben übernommen. Doch Dirks ist eher IT- als Finanzexperte. Zudem bat der frühere Eurowings-Chef, der bis dato im LH-Vorstand für Digitalisierung verantwortlich zeichnete, kurze Zeit später um eine Vertragsauflösung.

Damit lag die Finanzsparte in den Händen von CEO Carsten Spohr – ausgerechnet während der schwierigen Verhandlungen um Staatshilfen stand Lufthansa ohne einen ausgewiesenen Finanzexperten da. Das ist bald vorbei. Mit der Berufung von Remco Steenbergen werde nun wieder ein Finanzressort eingerichtet, in dem die Bereiche Controlling und Risikomanagement, Corporate Finance, Rechnungswesen und Bilanzen, Steuern, Einkauf sowie Mergers & Acquisitions gebündelt würden, teilt Lufthansa mit.

Steenbergen bringe „exzellente Finanzexpertise aus verschiedenen Unternehmen und Branchen mit“ und habe „auch den Aufsichtsrat durch seine Persönlichkeit überzeugt“. Gerade jetzt sei ein international erfahrener und anerkannter CFO für die Lufthansa Group „wichtiger denn je“.

Ganz oben in Steenbergens Pflichtenheft steht neben der aktuellen Sicherung der Liquidität die Refinanzierung und Rückzahlung der Staatshilfen. Denn deren Zinsen steigen von Jahr zu Jahr bis auf rund zehn Prozent an und belasten damit die Lufthansa-Bilanz auch über ihr ohnehin großes Volumen von neun Milliarden Euro hinaus stark. Für die Schulden müssen deshalb andere Finanzierungsmöglichkeiten am Kapitalmarkt gefunden werden.

Ein wenig Rückenwind konnte der neue Mann am Dienstag bereits vor seinem geplanten Einstieg genießen. Die Nachfrage nach der zum Wochenstart ausgegebenen Wandelanleihe war so stark, dass Lufthansa den Zinssatz dafür leicht senken und statt der geplanten Summe von 525 Millionen Euro 600 Millionen Euro einstreichen konnte.

Christian Schmicke

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