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7. Juli 2020 | 16:44 Uhr
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Lufthansa forciert den Schrumpfkurs

Jede fünfte Führungsposition soll eingespart werden und in der Verwaltung streicht Lufthansa 1.000 Stellen. Auch die Vorstands- und Geschäftsführungsgremien der Tochterunternehmen werden ausgedünnt. Die Flottenreduzierung wird fortgesetzt und statt 160 bis 2023 nur 80 neue Maschinen gekauft.

Lufthansa Airbus 380 eingemottet Foto Lufthansa.jpg

Sparmaßnahme: sechs Airbus A380 hat Lufthansa bereits ausgeflottet

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Sparprogramme werden gerne mit klingenden Namen versehen, die nach Innovation klingen. Bei Lufthansa heißt das Neueste "ReNew". Es wird von Detlef Kayser, Vorstand Airline Resources & Operations Standards, geführt und ist bis 2023 angelegt.  

Bereits vor dem Abschluss des staatlichen Rettungspakets hatte Lufthansa erklärt, dass wegen der langfristigen Auswirkungen der Corona-Pandemie für den Luftverkehr "auch in der Zeit nach der Krise ein rechnerischer Personalüberhang von mindestens 22.000 Vollzeitstellen in den Unternehmen der Lufthansa Group" bestehe.  Lufthansa beschäftigt aktuell rund 138.000 Menschen. Die Geschäftsführung verhandelt derzeit mit den Gewerkschaften Verdi und Vereinigung Cockpit über Sparbeiträge der Beschäftigten, um harte Entlassungen zu verhindern. Für das Kabinenpersonal hat die Gewerkschaft UFO bereits eine Vereinbarung unterschrieben.

Weniger von allem
Neben Personaleinsparungen sind die Flottenverkleinerung und die Reduzierung der Investitionen in neue Maschinen ein wichtiger Punkt. Zudem will Lufthansa die Aktivitäten der Flugbetriebe bündeln. Dem war bereits die Beteiligung Sun Express Deutschland zum Opfer gefallen. Ein weiteres Kernstück von "ReNew" ist der Umbau des Konzerns in eine Holdingstruktur. Die operative Lufthansa soll in eine eigene Gesellschaft ausgegliedert werden.

Zinsen und Tilgung drücken
Der Druck ist groß. Zwar hat das Rettungspaket, mit dem der Staat zum größten Aktionär wird, Lufthansa kurzfristig Liquidität verschafft. Doch die ist teuer erkauft. So werden die stillen Einlagen des Bundes im Umfang von 5,7 Milliarden Euro mit einem steigenden Zins belegt. Er beginnt zunächst bei vier Prozent und könnte bis 2027 auf 9,5 Prozent steigen.

Lufthansa muss also nicht weniger als das Kunststück vollbringen, bei – vorsichtig gesagt – schwierigem Geschäftsumfeld zusätzliche Belastungen zu schultern, um Kredite und Zinsen schnell zurückzuzahlen. Will die Airline das bis 2023 schaffen, sind dazu nach Einschätzung der "FAZ“ rund zwei Milliarden Euro pro Jahr fällig. Insgesamt dürften in den nächsten Jahren bis zu zwölf Milliarden Euro nötig sein, um sich von der Schuldenlast zu befreien, schätzt das Blatt.

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