Lufthansa kürzt weiter auf der Kurzstrecke
Die Lufthansa-Gruppe will ihr Kurzstreckennetz weiter ausdünnen. Vorstand Dieter Vranckx (Foto) kündigt Kürzungen an, wenn Strecken wirtschaftlich nicht tragen. Der größte Teil der Konsolidierung im Kontinentalverkehr soll bis 2028 abgeschlossen sein.
Lufthansa Group
Lufthansa will das innereuropäische Streckennetz weiter reduzieren
Vranckx begründet den Kurs mit der schwachen Wirtschaftlichkeit vieler Kurzstrecken. "Wir werden immer dann gezielt Kapazität auf der Kurzstrecke reduzieren, wenn es wirtschaftlich geboten ist", sagte der Chief Commercial Officer dem Handelsblatt (Abo). Wie stark das Netz noch schrumpfen soll, bezifferte er nicht.
Der Konzern will eine bereinigte Ergebnismarge von acht bis zehn Prozent erreichen. Davon sei man noch weit entfernt, so Vranckx. Verluste auf Kurzstrecken belasteten die Gewinne der Langstrecke. Deshalb brauche die Gruppe ein effizienteres Netz.
Nicht jedes Ziel von jedem Hub
Nach seiner Darstellung ist es wirtschaftlich nicht sinnvoll, jeden Flughafen von allen sechs Drehkreuzen anzufliegen. Lufthansa betreibt Hubs in Frankfurt, München, Zürich, Wien, Brüssel und Rom. Dort bedienen Lufthansa Classic, Swiss, Austrian Airlines, Brussels Airlines und ITA teils dieselben Ziele.
Die zentrale Steuerung wurde seit Jahresbeginn ausgebaut. Netz, Angebot, Vertrieb und Kundenbindungsprogramme liegen stärker bei der Konzernzentrale. Trotz der Kürzungen will Lufthansa wichtige deutsche Wirtschaftsregionen weiter anbinden. Ziel sei, ein Einzugsgebiet mindestens mit einem Drehkreuz und damit mit dem Langstreckennetz zu verbinden. Angesichts hoher Standortkosten in Deutschland sei das aber nicht immer möglich.
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