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1. Juli 2020 | 16:31 Uhr
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Lufthansa muss Germanwings-Opferfamilien nicht entschädigen

Das Landgericht Essen wies eine Klage von Hinterbliebenen der Opfer des Absturzes in den französischen Alpen ab. Zur Begründung hieß es, die medizinische Überwachung von Flugschülern sei keine Aufgabe der Lufthansa, sondern des Staates. Der depressive Copilot hatte die Maschine absichtlich zum Absturz gebracht.

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Im Fall des Germanwings-Absturzes von 2015 ist Lufthansa entlastet

Der Copilot soll die Maschine am 24. März 2015 mutwillig gegen einen Berg gelenkt haben. Sämtliche 150 Menschen an Bord starben. In dem Prozess hatten acht Hinterbliebene der Opfer gegen die Germanwings-Mutter Lufthansa und eine Lufthansa-Flugschule in den USA geklagt. Der Pilot hatte seine Ausbildung trotz einer schweren Depression mit einer Sondergenehmigung beenden können.

Lufthansa hatte den Angehörigen der Opfer zuvor 10.000 Euro pro Person und je Todesopfer zusätzlich 25.000 Euro Schmerzensgeld gezahlt. Die Kläger wollten mit dem Verfahren 30.000 Euro pro Person und eine Verdopplung des Schmerzensgeldes erreichen. Zudem hätten Verantwortliche benannt werden sollen, berichtet der „WDR“.

Während die Kläger argumentierten, der Copilot hätte nicht in das Cockpit eines Flugzeugs gelangen dürften, betonte Lufthansa, dass dem Unternehmen aufgrund der Schweigepflicht der Ärzte die Erkrankung des Co-Piloten nicht bekannt gewesen sei. Das Unglück sei daher nicht vorhersehbar gewesen.

Das Gericht entschied, weder Lufthansa noch eine Flugschule des Unternehmens seien für die fliegerärztliche Untersuchung des Piloten zuständig gewesen. Diese gehöre vielmehr zum Kernbereich der Flugsicherheit und sei damit eine staatliche Aufgabe, für die das Luftfahrtbundesamt zuständig sei.

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