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23. Juni 2020 | 07:00 Uhr
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Lufthansa-Rettung wird immer mehr zu Wirtschafts-Thriller

Weil sich bis zur Anmeldefrist für die virtuelle Hauptversammlung weniger als 38 Prozent der Lufthansa-Aktionäre angemeldet haben, müssen bei der Abstimmung zwei Drittel dem Rettungsplan zustimmen. Ohne den querschießenden Großaktionär Heinz Hermann Thiele ist der Deal geplatzt. Doch der pokert mit Bundesregierung und LH-Vorstand weiter.

Lufthansa Airbus 380 eingemottet Foto Lufthansa.jpg

Eingemotteter Lufthansa-Airbus: Wenn die Rettung platzt, könnten Flieger länger am Boden bleiben

Thiele, der gut 15 Prozent der Lufthansa-Aktien besitzt, hat es zunächst einmal geschafft, dass mehrere Bundesminister und LH-Chef Carsten Spohr sich gestern mit ihm beraten haben. Zum Ergebnis, wollten sich die Ministerien und Lufthansa nicht äußern, berichtet die Tagesschau.

Der streitbare Großaktionär torpediert den mühsam ausgehandelten Rettungsplan mit Finanzhilfen über neun Milliarden Euro. Vor allem lehnt er die Beteiligung des Bundes von 20 Prozent ab, weil dies den Wert seiner Aktien schmälern würde. Deshalb will Thiele den Plan nachverhandeln.

Viel Zeit bleibt nicht, denn die Hauptversammlung mit der Abstimmung ist bereits für Donnerstag anberaumt. Sollte der Rettungsplan scheitern, könnte Lufthansa ein insolvenzrechtliches Schutzschirmverfahren beantragen. Vorsorglich hat LH-Chef Spohr die Zahlung der Juni-Gehälter vorgezogen, um den Mitarbeitern Unsicherheiten zu ersparen, berichtet die FAZ, ein bislang einmaliger Vorgang.

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