Tägliche News für die Travel Industry

2. März 2026 | 14:17 Uhr
Teilen
Mailen

Luftraum in Nahost wohl bis Donnerstag gesperrt

"Wir können nicht in die Glaskugel schauen, halten aber eine Öffnung des Luftraums im Nahen Osten vor Donnerstag für sehr unwahrscheinlich", sagt Krisenmanagerin Melanie Gerhardt von Dertour im Live-Talk "QTA Aktuell". Die Nachfrage und das Fragevolumen seitens der Expis war riesig, der Chat mit rund 760 Teilnehmern zeitweise wegen Überfüllung geschlossen.

Krise

Der Krieg am Golf beschert der Reisebranche Chaos und verunsicherte Kunden

Anzeige
Hurtigruten HX

Mit HX Expeditions die faszinierende Arktis erkunden

Seit 130 Jahren bietet HX Expeditions eiskalte Abenteuer in den arktischen Gewässern rund um Norwegen, Spitzbergen, Island und Grönland. Ob Inselumrundung oder Nordlicht-Versprechen, die Auswahl kann kann gezielt individuell getroffen werden. Das diesjährige Jubiläum möchte HX ganz besonders feiern. Counter vor9

Seit Samstag eskaliert ein militärischer Konflikt, angeführt von den USA gegen den Iran. Der Iran habe angekündigte Gegenangriffe umgesetzt und Ziele in einigen Ländern getroffen, sagt QTA-Sprecher Thomas Bösl in einem Live-Webinar. Für die Touristik werde damit vor allem die sichere Betreuung der Reisenden zum zentralen Thema. Nach Angaben im Webinar sind "knapp 30.000 Deutsche" in betroffenen Zielgebieten.

Ein Schwerpunkt liegt auf den Emiraten. Der Flugverkehr sei derzeit unterbrochen, und der Luftraum werde "mit großer Wahrscheinlichkeit" nicht vor Donnerstag wieder geöffnet, so die Einschätzung der Krisenmanager. Das bedeute, dass Reisende etwa in Dubai und Abu Dhabi mindestens bis dahin im Zielgebiet bleiben müssten. "Die Reisewarnung des Auswärtigen Amtes für Ziele im Nahen Osten wurde erst Samstagnachmittag, 28. Februar, veröffentlicht", sagt Melanie Gerhardt, bei der Dertour-Gruppe verantwortlich für das Krisenmanagement. Diese Frage sei hundertfach an sie gerichtet worden seitens der Reiseberater. Zuvor habe es lediglich einen Sicherheitshinweis mit dem Hinweis auf mögliche Luftraumbeeinträchtigungen gegeben.

Dertour sagt Reisen bis 5. März ab

Veranstalter Dertour hat sich nach eigener Darstellung ganz bewusst dafür entschieden, alle Reisen in den Nahen Osten bis zum 5. März abzusagen. Kunden könnten umgebucht werden; wenn das nicht möglich sei, könnten sie stornieren, so Gerhardt. Andernfalls werde automatisch über das Clearing im Hause storniert und der Reisepreis erstattet.

Zur Lageeinschätzung verwies das Krisenteam auf eine "volatile Situation". Eine Prognose, wie lange die Eskalation in der Region andauere, sei nicht möglich. Dertour rechne mit Engpässen bei der Beratung und an den Hotlines, falls es nach einer Luftraumöffnung zu einem Stau im Flugverkehr komme.

Krisenstab, SMS-Updates und 24/7-Hotline

Dertour hat nach eigenen Angaben seit Samstag einen Krisenstab etabliert und bereits zuvor Szenarien für den Fall einer Luftraumsperrung geplant. Gäste würden fortlaufend per SMS informiert, auch weil behördliche Empfehlungen sich "drei bis fünfmal" am Tag ändern könnten. Daher an dieser Stelle nochmal der Reminder vom Veranstalter an die Reisebüros, die Mobilfunknummer der Kunden zu erfassen und weiterzugeben. Nur so könne man wirklich schnell agieren.

Als Analyse- und Frühwarnsysteme nutze man im Dertour-Krisenteam etwa Max Security, Control Risks, A3M und man greife auf politische Beratung zurück. Zusätzlich habe Dertour eine Betreuungshotline für Betroffene eingerichtet, rund um die Uhr, vorsorglich auch mit psychologisch geschulten Kolleginnen und Kollegen.

So ist laut Vicentelli von Dertour die Lage in Dubai

Alessia Vicentelli, Management Director GCC der Dertour Group, berichtet im Live-Talk, in Dubai laufe der Alltag grundsätzlich weiter. (Anmerkung: GCC steht für Gulf Cooperation Council und damit für den Zusammenschluss von Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabische Emiraten, Katar, Kuwait, Bahrain und Oman auf der arabischen Halbinsel).

Geschäfte, Ärzte und Apotheken seien geöffnet, so Vicentelli weiter im QTA-Talk. Gäste sollten jedoch in den Hotels bleiben, um im Krisenfall schnell erreichbar zu sein. Hotels und Tourism Boards in Dubai, Ras al Khaimah und Abu Dhabi seien kooperativ und hätten Sicherheitsabläufe rasch umgesetzt.

Kosten, Verlängerungen und Rückreisen aus Fernzielen

Für Abu Dhabi liege eine behördliche Richtlinie vor, nach der Verlängerungskosten übernommen würden; für Ras al Khaimah gebe es eine ähnliche Regelung. Dubai sehe Kostenübernahmen "nur in ausdrücklichen Notfällen" vor, die Definition sei noch offen, erklärt Krisenmanagerin Gerhardt.

Für Pauschalreisende übernimmt der Veranstalter nach eigenen Angaben Hotelverlängerungen, auch auf den Malediven. Kostendeckungszusagen würden über die örtlichen Agenturen an die Leistungsträger versandt; es gebe leider einzelne Verzögerungen, man arbeite daran.

Linienflüge ausgebucht

Bei Rückreisen aus Fernzielen wie den Malediven oder Sri Lanka seien Linienflugkontingente bis zum 10. und 11. März "komplett ausgeschöpft". Sondercharter würden geprüft, eine Information dazu werde es "zeitnah" geben. Für dringende Fälle verwies das Dertour-Krisenteam im Webinar auf die Möglichkeit, das Clearing per E-Mail zu kontaktieren (clearing@dertour.com). Teilnehmende Expis wiederum verwiesen im Chat darauf, dass sie seit Samstag vergeblich versucht hätten, das Hilfe-Team zu erreichen.

Ägypten als mögliche Alternative

Als Ausweichziel wurde Ägypten im Webinar als stabil beschrieben. Der Sicherheitshinweis des Auswärtigen Amts sei dort nicht verschärft worden. Aus Jordanien seien Reisende branchenweit auf dem Landweg nach Ägypten gebracht und per Fähre weitertransportiert worden; die Einreise sei beschleunigt worden. In den ägyptischen Baderegionen werde nach einer Umfrage unter Kunden aktuell laut Dertour bislang "überhaupt nichts" bemerkt.

Emirates nimmt erste Flüge wieder auf

Golfstaaten-Carrier Emirates erklärte unterdessen am Montag, man werde nach fast drei Tagen Flugstopp den Passagierverkehr wieder aufnehmen. Noch am Montagabend werde eine "begrenzte Anzahl an Flügen" in Dubai starten, teilte die Airline mit. Bevorzugt sollen Passagiere mit weiter zurückliegenden Abflugterminen auf die Flüge gebucht werden.

Emirates wird die ausgewählten Passagiere direkt kontaktieren. Alle regulären Flüge blieben vorerst weiter ausgesetzt.

Sabine Schreiber-Berger

Kommentieren und folgen Sie Reise vor9 auf Linkedin 

Newsletter kostenlos bestellen

Ja, ich möchte den Newsletter täglich lesen. Ich erhalte ihn kostenfrei und kann der Bestellung jederzeit formlos widersprechen. Meine E-Mail-Adresse wird ausschließlich zum Versand des Newsletters und zur Erfolgsmessung genutzt und nicht an Dritte weitergegeben. Damit bin ich einverstanden und akzeptiere die Datenschutzerklärung.

Anzeige
Anzeige