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14. Juli 2026 | 12:10 Uhr
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Mailen

Meliá hält trotz Iran-Kriegs an Wachstumskurs fest

Der Iran-Krieg lässt die Buchungen bei Meliá stark schwanken. Entspannung treibe die Nachfrage an, neue Angriffe bremsten sie wieder, sagt Konzernchef Gabriel Escarrer (Foto) im Interview mit der spanischen Zeitung El Confidencial. Die Hotelgruppe will jährlich rund 30 Häuser mit 9.000 Zimmern eröffnen und setzt dabei auf Managementverträge, Luxusmarken und Hotelresidenzen.

Melia Hotels Gabriel Escarrer CEO Foto Melia Hotels

Gabriel Escarrer will seine Hotelgruppe jährlich um rund 30 Häuser erweitern

"Die Buchungen schießen in die Höhe, wenn Frieden beginnt oder sich zumindest abzeichnet", sagte Escarrer El Confidencial (Abo). Komme es erneut zu Zwischenfällen oder Bombenangriffen, verlangsame sich die Nachfrage wieder. Der Präsident und Vorstandschef von Meliá spricht von "ständigen Ausschlägen" durch die Spannungen zwischen Iran und den USA.

Die Reisenden hätten sich allerdings daran gewöhnt, mit der geopolitischen Unsicherheit zu leben. Insgesamt werde die Saison deshalb positiv ausfallen, erwartet Escarrer. Spanien profitiere zusätzlich von seiner Wahrnehmung als sicheres Reiseziel.

Deutschland wächst langsamer

Aus den wichtigsten Quellmärkten meldet Meliá eine überwiegend positive Nachfrage. Besonders stark entwickelten sich die USA, Großbritannien und Spanien. Der deutsche Markt reagiert nach Escarrers Einschätzung sensibler auf die wirtschaftliche Lage und die geopolitischen Spannungen.

Deutsche Urlauber betrachteten Reisen zwar weiterhin als Priorität und verzichteten nicht darauf. Die Zuwächse blieben jedoch moderater als in anderen Märkten. Escarrer warnt zugleich davor, bei Spaniens Entwicklung allein auf Krisen in konkurrierenden Reisezielen zu bauen. "Wir müssen aus eigener Leistung gut sein und nicht wegen des Unglücks anderer", sagt er.

Rund 9.000 neue Zimmer pro Jahr

Meliá will vor allem bestehende Marken wie Gran Meliá, The Meliá Collection, ME und Paradisus ausbauen. Auch die gemeinsam mit Rafael Nadal entwickelte Marke Zel soll wachsen. Bis Ende 2026 sind sieben Hotels vorgesehen, innerhalb von fünf Jahren sollen es 20 werden.

Die Gruppe plant jährlich etwa 30 zusätzliche Hotels mit insgesamt rund 9.000 Zimmern. Dieses Wachstumstempo könne die Organisation bewältigen, glaubt der Firmenchef. Der Großteil der Expansion soll über Managementverträge erfolgen. Meliá führt die Hotels dabei im Auftrag anderer Eigentümer. Gleichzeitig prüfe der Konzern weiterhin Käufe und Minderheitsbeteiligungen, so Escarrer.

Residenzen finanzieren Luxushotels

Ein weiterer Schwerpunkt sollen Wohnungen und Villen sein, die unter den Hotelmarken vermarktet und mit den Dienstleistungen der Häuser verbunden werden. Diese sogenannten Branded Residences sollen Eigentümern helfen, hohe Investitionen in Luxushotels schneller zurückzuverdienen. Meliá sieht dafür vor allem in den USA, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Saudi-Arabien und Südostasien Potenzial. Gemeinsam mit dem Großaktionär Stoneshield prüfe die Gruppe weitere Projekte dieser Art.