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14. Januar 2026 | 13:25 Uhr
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Naturkatastrophen bringen Schäden von 192 Milliarden Euro

Naturkatastrophen haben 2025 weltweit Schäden von rund 192 Milliarden Euro verursacht. Davon waren etwa 93 Milliarden Dollar versichert. Das geht aus der aktuellen Schadensbilanz des Rückversicherers Munich Re hervor. Treiber waren vor allem Waldbrände, Hochwasser und Schwergewitter.

Hurrikan Symbol Foto iStock Zenobilis

Hurrikane zählen zu den Naturkatastrophen, die medial am präsentesten sind 

Mit 92 Prozent der Gesamtschäden und 97 Prozent der versicherten Schäden dominierten Wetterkatastrophen das Geschehen. Die Zahl der Todesopfer stieg nach Angaben des Rückversicherers auf rund 17.200 Menschen. Das seien deutlich mehr als im Vorjahr, aber weniger als im Durchschnitt der vergangenen Jahrzehnte.

Non-Peak-Perils prägen die Schadensbilanz

Auffällig ist die wachsende Bedeutung sogenannter Non-Peak-Perils. Dazu zählen Waldbrände, Hochwasser und Schwergewitter. Sie verursachten 2025 Gesamtschäden von rund 143 Milliarden Euro, davon waren etwa 84 Milliarden versichert. Damit lagen die Schäden deutlich über den langjährigen Durchschnittswerten, so Munich Re.

Thomas Blunck, Vorstandsmitglied von Munich Re, spricht von einem anhaltenden Trend zu hohen Schäden abseits klassischer Großereignisse. Die Menschheit müsse sich an diese Risiken anpassen, erklärte Blunck.

Waldbrände bei Los Angeles teuerste Einzelkatastrophe

Die mit Abstand kostspieligste Naturkatastrophe des Jahres waren nach Auskunft des Rückversicherers die Waldbrände im Großraum Los Angeles im Januar. Eine Kombination aus Dürre und starken Winden begünstigte die Feuer. Der Gesamtschaden lag bei rund 45 Milliarden Euro, davon seien etwa 34 Milliarden versichert gewesen. 30 Menschen kamen ums Leben. Es war die laut Munich Re die teuerste Waldbrandkatastrophe, die je registriert wurde.

Die zweitteuerste Katastrophe nach Gesamtschäden war ein Erdbeben der Stärke 7,7 in Myanmar. Rund 4.500 Menschen starben, der wirtschaftliche Schaden belief sich auf etwa 10,3 Milliarden Euro. Nur ein kleiner Teil davon sei versichert gewesen.

Hurrikansaison mit ungewöhnlichem Verlauf

Im Nordatlantik entwickelten sich 2025 drei Hurrikane der höchsten Kategorie 5. Jamaika wurde von Hurrikan Melissa schwer getroffen. Der Sturm verursachte Schäden von rund 8,4 Milliarden Euro, etwa 2,4 Milliarden davon waren versichert. Rund 100 Menschen kamen ums Leben.

Das US-Festland blieb dagegen erstmals seit zehn Jahren von einem schweren Hurrikan verschont. Meteorologische Besonderheiten lenkten die Stürme frühzeitig vom Festland weg. Dadurch fielen die weltweiten Schäden durch tropische Wirbelstürme mit rund 32 Milliarden Euro deutlich niedriger aus als im langjährigen Durchschnitt.

Regionale Unterschiede deutlich

Nord- und Südamerika dominierten die Schadensstatistik mit Gesamtschäden von 114 Milliarden Euro. Europa kam vergleichsweise glimpflich davon. Dort summierten sich die Schäden auf rund 9,5 Milliarden Euro. Teuerste Ereignisse waren eine Kältewelle in der Türkei sowie Hagelstürme in Frankreich, Österreich und Deutschland.

In Asien-Pazifik lagen die Gesamtschäden bei rund 63 Milliarden Euro, versichert war nur ein kleiner Teil. Besonders folgenschwer waren nach Angaben von Munich Re Überschwemmungen, ein Erdbeben in Myanmar und mehrere tropische Wirbelstürme. In Afrika beliefen sich die Schäden auf rund 2,6 Milliarden Euro, weniger als ein Fünftel davon war versichert.

Klimawandel verstärkt Risiken

2025 zählte erneut zu den wärmsten Jahren seit Beginn der Aufzeichnungen. Nach Einschätzung von Munich Re steigt damit die Wahrscheinlichkeit extremer Wetterereignisse weiter. Chefklimatologe Tobias Grimm warnt, es gebe kein Zeichen der Entwarnung. Der Klimawandel lasse Extremereignisse häufiger und intensiver auftreten – mit wachsenden Risiken für Wirtschaft und Gesellschaft.

Christian Schmicke

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