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9. Juli 2026 | 07:00 Uhr
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Novum will Aufsichtsrat auflösen und dementiert Vorwürfe

Am heutigen Donnerstag kommt der Aufsichtsrat der Hotelgruppe Novum Hospitality zusammen. Mit auf der Tagesordnung stehen die Entlassungen fast der gesamten Belegschaften von zwei Mainzer Hotels (wir berichteten). Derweil hat die Geschäftsführung um Samira Etmenan (Foto) den Antrag gestellt, den Aufsichtsrat aufzulösen.

Samira Said Novum

Samira Said Etmenan führt gemeinsam mit ihrem Bruder David Etmenan als CEO die Novum Hospitality 

Es gibt viel zu besprechen in der heutigen Aufsichtsratssitzung der Novum Hospitality, einer der größten familiengeführten Hotelgruppen Europas (aktuell Betreiber von 158 Hotels der Marken Holiday Inn – the Niu, Garner, Candlewood Suites, Voco und Acora Living the City). Es geht dabei nicht nur um die Vorfälle in Mainz, sondern auch um den Aufsichtsrat selbst. 

Das Gremium, in dem heute auch die Gewerkschaft NGG mit zwei Sitzen vertreten ist, soll aufgelöst werden. Laut einer aktuellen Bekanntmachung im Bundesanzeiger hat das Unternehmen ein dafür erforderliches Statusverfahren nach dem Mitbestimmungsgesetz eingeleitet. Darin vertritt Novum die Auffassung, dass die Voraussetzungen für einen Aufsichtsrat nicht mehr gegeben sind. 

Samira Etmenan erklärt auf Nachfrage von Hotel vor9, dass "das eingeleitete Statusverfahren ein gesetzlich vorgesehener Vorgang ist und in keinem Zusammenhang mit operativen Entscheidungen oder organisatorischen Maßnahmen innerhalb des Unternehmens steht". 

Belegschaften der Hotels sollen angeblich systematisch reduziert werden

Dennoch gibt es gerade bei Novum innerhalb der Belegschaft große Fragezeichen, was hinter den Entlassungen in Mainz steckt und welche Mitbestimmungsrechte die Angestellten künftig haben werden. Nach Informationen von Hotel vor9 aus dem Unternehmen soll in vielen Betriebsgesellschaften sukzessive die Belegschaftsgröße so weit reduziert werden, dass Betriebsratsgründungen rechtlich nicht mehr möglich seien. Aktuell gibt es nur in zwei Novum-Hotels (Crown Plaza Frankfurt und Holiday Inn - The Niu, Frankfurt-Ostend) einen aktiven Betriebsrat.

Die entsprechenden Tätigkeiten, von Haustechnik über Housekeeping bis hin zum Front-Office-Bereich, sollen laut der Quelle schrittweise an Fremdfirmen oder zentralen Tochtergesellschaften wie beispielsweise der Hotel Facility Management 24 GmbH ausgelagert werden. Ziel sei es laut dem Informanten, die Zahl der eigenen Mitarbeiter pro Hotel unter den gesetzlichen Schwellenwert zu drücken, ab dem ein Betriebsrat gegründet werden kann.

Samira Etmenan dementiert: "Outsourcing-Programm existiert nicht"

Geschäftsführerin Etmenan weist diese Darstellung zurück. "Die von Ihnen dargestellten Zusammenhänge entsprechen aus unserer Sicht nicht der tatsächlichen Sachlage", gibt sie gegenüber Hotel vor9 zu Protokoll. Und weiter: "Ein 'systematisches Outsourcing-Programm' mit dem Ziel, Betriebsratsgründungen zu verhindern oder Arbeitnehmerrechte einzuschränken, existiert nicht. Novum Hospitality respektiert selbstverständlich die Rechte der Mitarbeitenden sowie sämtliche arbeits- und betriebsverfassungsrechtlichen Vorgaben."

Darüber hinaus verweist Samira Etmenan darauf, dass sich "Novum Hospitality – wie viele Unternehmen der Branche – in einem fortlaufenden Prozess der Weiterentwicklung und Anpassung betrieblicher Strukturen befindet. Ziel ist es, die Qualität unserer Dienstleistungen, die Wettbewerbsfähigkeit unserer Hotels sowie die langfristige Zukunftsfähigkeit des Unternehmens nachhaltig sicherzustellen".

Pascal Brückmann