Tägliche News für die Travel Industry

6. Januar 2022 | 18:24 Uhr
Teilen
Mailen

Omikron ein herber Rückschlag für die Kreuzfahrt weltweit

Wie geht es mit Kreuzfahrten weiter? Weltweit häufen sich trotz Impfpflicht und strengen Regeln die Coronafälle an Bord, Reisen werden abgebrochen und künftige Törns abgesagt. Der Restart ist jäh gestoppt. Die US-Gesundheitsbehörde warnt generell vor Kreuzfahrten. Erste Länder verbieten wieder Anläufe.

Kreufahrtschiffe Karibrik St Kitts Foto Mariakray.jpg

Corona kehrt zurück auf die Kreuzfahrtschiffe; weltweit werden Törns abgebrochen und neue Fahrten gestrichen

Anzeige
Die Presse Schau

In Wien etabliert sich eine neue Lifestyle-Messe mit Reisen

Nach dem Erfolg im vergangenen Jahr veranstaltet die österreichische Tageszeitung Die Presse vom 4. bis 6. November die zweiten Ausgabe ihrer Lifestyle-Messe "SCHAU" in Wien. Wie bei der Premiere bildet das Thema hochwertige Reisen wieder einen Schwerpunkt. Reise vor9

In Brasilien geht in Sachen Kreuzfahrt derzeit gar nichts mehr. Nach hunderten Coronafällen an Bord von Kreuzfahrtschiffen hatte die Gesundheitsbehörde den Abbruch von zwei Törns von Costa und MSC angeordnet und Ermittlungen eingeleitet. Die Reedereien haben daraufhin alle Fahrten bis zum 21. Januar abgesagt. Freiwillig, wie der brasilianische Ableger des Branchenverbandes Clia betont. Die Kreuzfahrtlobby wolle nun versuchen, Differenzen mit den Behörden auszuräumen, berichtet der Spiegel.

Weltweit brechen Reedereien Kreuzfahrten ab

TUI Cruises hat die Mein Schiff 6 bis zum 17. Januar außer Betrieb genommen. Die Silvesterfahrt am Golf war am 2. Januar wegen mehrerer Coronafälle in Dubai unterbrochen worden. Zuvor durfte der Liner Doha in Katar nicht anlaufen und wurde nach Dubai umgeroutet. Eigentlich sollte die Pause nur wenige Tage dauern, als Vorsichtsmaßnahme habe man nun auch die nachfolgende Reise abgesagt.

Nachdem die Silvesterreise mit der Aida Nova wegen Coronafällen an Bord in Lissabon abgebrochen worden war, hat Aida Cruises auch die drei folgenden Törns mit dem Schiff abgesagt. Die vorzeitige Heimreise der Gäste aus der portugiesischen Hauptstadt lief dabei alles andere als glatt. RTL berichtet, Urlauber seien am 3. Januar am Airport ohne Betreuung, Essen und Trinken abgesetzt worden. Statt am Nachmittag nach Hause zu starten, hätten viele um 2 Uhr nachts immer noch am Flughafen festgesessen, darunter Kinder und alte Menschen im Rollstuhl.

In der Karibik finden die nächsten drei Reisen mit dem Aida-Schiff Luna nicht statt. Die nächste Reise der Luna soll nun am 29. Januar starten. Kunden könnten auf die Diva oder die Perla umbuchen, die ebenfalls in der Karibik unterwegs sind, heißt es.

MSC lässt Infizierte von Bord und fährt weiter

Auch bei MSC Cruises in Europa ist Corona zurück an Bord. Auf der Grandiosa wurden 150 Menschen positiv getestet. Das Schiff mit 5.000 Passagieren und Crewmitgliedern kam aus Marseille und steuerte zunächst Genua an. Dort gingen infizierte Gäste aus Norditalien und Ausländer von Bord. Einige befänden sich in Krankenhäusern, berichtet die Berliner Zeitung. Die Grandiosa fährt indes weiter. In Rom verließen die restlichen infizierten Italiener den Kreuzer, danach setzte das Schiff seine Fahrt fort.

Nach acht Coronafällen und Crewmitglieder der Amera hatte Phoenix Reisen eine Kanaren-Reise vorzeitig abgebrochen und war nach Bremerhaven zurückgekehrt. Jetzt wurde auch die nachfolgende 60-tägige Fahrt ins Mittelmeer abgesagt, meldet die Nachrichtenagentur DPA. Die beiden Luxusschiffe Europa und Europa 2 mussten ihre Silvesterfahrten im Indischen Ozean wegen Coronafällen ebenfalls abbrechen.

US-Gesundheitsbehörde warnt vor allen Kreuzfahrten

Die US-Gesundheitsbehörde CDC warnt seit 30. Dezember generell vor Kreuzfahrten. Für Reisen auf Schiffen gilt nun die höchste Corona-Warnstufe 4. Die neue Omikron-Variante könne sich schnell und einfach an Bord auch unter geimpften Gästen verbreiten. Unabhängig von ihrem Impfstatus sollten Menschen deshalb Reisen mit Kreuzfahrtschiffen vermeiden. Dies gelte weltweit, auch für Flussschiffe, heißt es auf der offiziellen Website der CDC.

Unter den mehr als 100 Kreuzfahrtschiffen, die bei der US-Gesundheitsbehörde unter Beobachtungen stehen, finden sich nur noch eine Handvoll ohne Coronaausbruch an Bord. Am 6. Januar waren dort 99 Schiffe mit Infektionen an Bord gelistet. Allein in den letzten beiden Dezember-Wochen zählte die CDC laut USA Today mehr als 5.000 Coronafälle an Bord. Alle großen Reedereien sind betroffen, von Carnival über MSC bis Royal Caribbean. Die aktuelle, komplette Liste der einzelnen Schiffe und ihr Status kann bei der CDC eingesehen werden.

NCL, Aida und RCI streichen Kreuzfahrten

Norwegian Cruise Line zieht gleich acht Kreuzfahrtschiffe vorübergehend aus dem Verkehr. Wegen anhaltender Reisebeschränkungen müsse man Törns teilweise bis Ende April absagen, heißt es in einem Statement von NCL. Den Anfang machte die Getaway, deren Fahrt am 5. Januar ausgefallen ist. Die Pearl lässt Kreuzfahrten bis einschließlich 14. Januar aus, die Sky bis 25. Februar und Pride of America bis zum 26. Die Jade streicht Abfahrten bis einschließlich 3. März, die Star bis 19. März. Die Kreuzfahrt mit der Sun fallen bis einschließlich 19. April aus, die mit der Spirit sogar bis 23. April.

Aida Cruises hat außer Reisen mit der Nova auch Karibikkreuzfahrten mit der Luna abgesagt. In einer Mitteilung der Reederei heißt es: "Die Reisen von Aida Luna mit Abfahrt am 9., 15. und 23. Januar 2022 werden ausgesetzt." Die nächste Fahrt soll am 29. Januar in La Romana in der Dominikanischen Republik starten

Auch Royal Caribbean International sagt laut USA Today die nächsten Reisen für vier Schiffe ab. So wird die Symphony of the Seas bis zum 29. Januar, die Jewel of the Seas bis zum 20. Februar, die Vision bis zum 7. März und die Serenade bis zum 26. April aus dem Verkehr gezogen.

Ob und wann weitere Reedereien dem Beispiel von NCL, Aida und RCI folgen, ist unklar. Andere Unternehmen halten sich noch bedeckt und kommunizieren von sich aus kaum. Einfacher dürfte es für die Kreuzfahrtindustrie angesichts der Omikron-Welle sicher nicht werden. Die Virusvariante könnte den Restart stoppen.

Anzeige Reise vor9