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9. Januar 2026 | 10:02 Uhr
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Reisebüros wehren sich gegen neue Iata-Zahlungsregeln

Der Reisebüro-Dachverband WTAAA lehnt den Plan der Iata-Fluggesellschaften ab, weltweit einheitliche und kürzere Zahlungsfristen im BSP einzuführen. Die Entscheidung wurde von Airline-Vertretern auf der Passenger Agency Conference getroffen und soll bis Mitte 2026 umgesetzt werden.

Flugzeug

Die Iata will Zahlungsfristen für Reisebüros weltweit einheitlich regeln

Die World Travel Agents Associations Alliance (WTAAA) übt Kritik an einer Entscheidung der International Air Transport Association (Iata). Die Fluggesellschaften haben beschlossen, in allen Märkten des Billing and Settlement Plan (BSP) über den die Zahlungen abgewickelt werden, eine weltweit standardisierte, kürzere Zahlungsfrist für Reisebüros einzuführen.

Der Beschluss fiel auf der Passenger Agency Conference, einem Gremium, in dem ausschließlich Airline-Vertreter stimmberechtigt sind. Bis Mitte 2026 sollen demnach alle BSP-Märkte die neue Regelung umsetzen – unabhängig davon, welche lokalen Abrechnungsmodelle bislang galten.

Ende lokaler Absprachen im BSP

Der BSP ist das von der Iata entwickelte Abrechnungssystem für Flugticketverkäufe zwischen Airlines und Iata-akkreditierten Reisebüros. Reisebüros überweisen dabei die Ticketeinnahmen gebündelt an die Iata, die das Geld anschließend an die Fluggesellschaften verteilt.

Bisher konnten Abrechnungszyklen und Zahlungsfristen an nationale Zahlungsgewohnheiten angepasst werden. Diese Flexibilität beruhte auf lokal ausgehandelten Vereinbarungen, die den Liquiditätsbedarf der Airlines mit dem Kredit- und Ausfallrisiko der Reisebüros in Einklang bringen sollten. Nach Einschätzung der WTAAA soll dieser Spielraum nun abgeschafft werden.

Mehr Vorfinanzierung für Reisebüros

Aus Sicht der Reisebüro-Verbände zwingt die neue Regelung Agenturen dazu, Kundenzahlungen stärker vorzufinanzieren. Reisebüros müssten Geld an Fluggesellschaften überweisen, bevor Firmenkunden oder Großkunden ihre Rechnungen beglichen haben. Das erhöhe den finanziellen Druck erheblich, insbesondere in Märkten mit längeren Zahlungszielen.

Die WTAAA-Vertreter halten es für inakzeptabel, dass ein globales Forum lokale Vereinbarungen einseitig außer Kraft setzt. Die bisherigen Zahlungsfristen seien gezielt so gestaltet gewesen, dass sie nationale Zahlungsgepflogenheiten und etablierte Geschäftsmodelle widerspiegeln. Die Allianz warnt, dass die Zusammenarbeit zwischen lokalen Airlines und Reisebüros dadurch belastet werde.

Christian Schmicke

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