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29. Juni 2023 | 14:33 Uhr
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Reisebüroverband fordert Krisengipfel

Reisebüros litten derzeit unter einer "ungewöhnlich hohen Arbeitslast aufgrund schlechter Performance von Airlines und teilweise auch Veranstaltern“, sagt VUSR-Chefin Marija Linnhoff (Foto). Die Verbandsvorsitzende fordert, kurzfristig einen "Gipfel" von Vertrieb und Leistungsträgern anzuberaumen, um Probleme zu lösen.

Linnhoff Marija

Marija Linnhoff prangert eine schlechte Performance der Airlines an

Der Vertrieb zahle derzeit einen hohen Preis für die schwindende Verlässlichkeit von Leistungserbringern, sagt Linnhoff. Vor allem der Luftverkehr mache dem Vertrieb zu schaffen. Immer mehr kurzfristige Flugänderungen, Verspätungen oder Stornierungen sorgten für einen massiven Anstieg unbezahlter Mehrarbeit am Counter und zunehmendem Verdruss bei den Kunden.

"Was jetzt passiert, geht vielfach nicht nur zu Lasten unserer Kunden, sondern bleibt auch unbezahlt an den Reisebüros hängen", erklärt Linnhoff. Täglich kämen mehrere Flugzeitänderungen von fast allen Veranstaltern herein, Flüge würden in hoher Taktung storniert, bereits gebuchte Hotels dann doch nicht eröffnet. "Trouble-Shooting wird zur Hauptbeschäftigung", kritisiert die Reisebüro-Lobbyistin.

Überforderung droht

Das Ausmaß an Fehlleistungen bei Airlines und teilweise auch Veranstaltern drohe den Vertrieb zu überfordern. "So darf es nicht weitergehen. Das führt nicht nur dazu, dass unsere Kunden frustriert sind, sondern es führt auch dazu, dass sich in Zeiten von Fachkräftemangel die wenigen verbliebenen Mitarbeiter auch noch stressfreiere Jobs suchen. Die derzeitige schlechte Performance einzelner Anbieter droht der ganzen Branche schweren Schaden zuzufügen", so die VUSR-Chefin.

Unbegründet sind Linnhoffs Vorwürfe nicht. Eine Anfang Juni durchgeführte Reise-vor9-Umfrage, an der rund 600 Touristiker teilnahmen, unterstreicht, dass Flugplanänderungen gut 90 Prozent der Befragten auch in diesem Jahr einen sehr hohen oder hohen zusätzlichen Arbeitsaufwand bescheren. Jeweils etwa die Hälfte der Touristiker erklärte, es handele sich überwiegend um kurzfristige Flugplanänderungen. Rund 40 Prozent der Teilnehmer meldeten sowohl kurz- als auch längerfristige Verschiebungen von Flugzeiten und Abflugorten.

Dringender Handlungsbedarf

Linnhoff fordert angesichts der erneuten Misere "mehr gemeinsame Anstrengungen der Tourismuswirtschaft für eine unbeschwerte Reisesaison". Ein "schnellstmöglich anzuberaumender Gipfel aller Segmente wäre ein Signal, dass die Reisebranche den Kundinnen und Kunden einen unbeschwerten Sommer ermöglichen will", erklärt sie.

Christian Schmicke

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