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4. März 2026 | 16:39 Uhr
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Rückholflüge vom Golf wegen gesperrtem Luftraum die Ausnahme

Der Iran-Krieg blockiert weiter den Luftverkehr am Golf. Der Luftraum über Katar, Bahrein, Kuwait und dem Irak bleibt geschlossen. Über Saudi-Arabien und dem Oman wird geflogen und auch aus den Emiraten starten vereinzelt Jets, um gestrandete Passagiere nach Hause zu bringen. Condor startet im Auftrag des Auswärtigen Amts Rückholflüge aus dem Oman.

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Am Flughafen Dubai war am Mittwochabend der Verkehr in Teilen wieder angelaufen, wie auf Flightradar24 verfolgt werden konnte

Condor-Chef Peter Gerber kündigte auf der ITB an, dass am Donnerstag und am Freitag im Auftrag des Auswärtigen Amts zwei Sonderflüge nach Maskat im Oman starten, um gestrandete Reisende heimzuholen. Auch Lufthansa soll von dort nach Frankfurt fliegen. Von Dubai und Abu Dhabi sind es rund 500 Kilometer auf dem Landweg bis nach Maskat im Oman. Wie die gestrandeten Passagiere dorthin kommen, bleibt ihnen selbst oder dem Reiseveranstalter überlassen

"Es ist jetzt unsere Pflicht, dass die ganze Branche eng zusammenarbeitet, um unsere Kunden nach Hause zu bringen", so Gerber. Das habe schon in früheren Krisen gut funktioniert und werde jetzt wieder gelingen. Gemeinsam mit Dertour plant Condor zudem einen weiteren Sonderflug zu den Malediven, um dort festsitzende Urlauber zurückzubringen. Schauinsland fliegt Gäste mit Discover Airlines am Donnerstag aus Sri Lanka und von den Malediven sowie am Freitag von Mauritius nach Hause.

"Grundsätzlich stehen wir auch bereit, mit eigenen TUI Flugzeugen Gäste auf Sonderflügen zurückzufliegen, auch wenn wir die Region normalerweise nicht anfliegen", sagt ein TUI-Sprecher auf Nachfrage von Reise vor9. "Dies muss auf Regierungsebene koordiniert werden." Von dort gibt es offenbar noch kein grünes Licht.

Emirates traut sich als erste Airline wieder in die Luft

Indes hat Emirates eine ganze Reihe von Fliegern wieder in der Luft, wie auf dem Portal Flightradar24 live zu verfolgen ist. Unter anderem ist ein Airbus 380 mit 350 Passagieren am Mittwochnachmittag in Düsseldorf gelandet, ein weiterer am Abend in München. "Alle planmäßigen Emirates-Flüge nach und von Dubai fallen aufgrund von Schließungen des Luftraums in der gesamten Region bis zum 7. März aus", heißt es indes auf der Website der Fluggesellschaft. Emirates setze den Betrieb mit eingeschränktem Flugplan fort. "Wir geben auf diesen begrenzten Flügen Kunden mit früheren Buchungen Vorrang."

Eine weitere Maschine von Etihad Airways ist am Mittwochabend aus Abu Dhabi kommend in München gelandet. Etihad hat zwar ihren Flugplan zunächst bis Freitag ausgesetzt, einzelne Repatriierungsflüge dürfen jedoch in Abu Dhabi abheben. Qatar Airways hingegen bleibt komplett am Boden und will erst wieder starten, wenn der Luftraum freigegeben ist. Am Freitag soll es dazu weitere Informationen geben.

Flugverkehr in der Golfregion ein Flickenteppich

Mit Dubai, Abu Dhabi und Doha bleiben drei zentrale Knoten im interkontinentalen Luftverkehr vorerst weitgehend außer Betrieb. Die Folgen sind Lücken im weltweiten Streckennetz, weil die Drehkreuze Verbindungen zwischen Europa, Asien und Australien sowie zwischen Nordamerika, Indien und Afrika bündeln.

Die irakische Zivilluftfahrtbehörde kündigte nach Angaben der Nachrichtenagentur DPA an, den Luftraum bis Samstag geschlossen zu halten. Jordanien hat seinen Luftraum nach kurzer Sperrung am Dienstag wieder geöffnet. In Saudi-Arabien und Oman sind der Luftraum und die Flughäfen zwar in Betrieb, doch die Sperrungen in Nachbarländern beeinträchtigen den Verkehr weiterhin.

Selbst wo wieder geflogen wird, steigen Aufwand und Unsicherheit. Lufthansa nutzte Maskat im Oman, um Crews auszufliegen; der Rückweg erforderte wegen gesperrter Lufträume einen Umweg und einen Tankstopp in Hurghada.

Thomas Hartung/Christian Schmicke

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