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3. August 2021 | 14:46 Uhr
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Steigende Nachfrage stellt Fraport vor operative Probleme

Der Anstieg der Passagierzahlen in Frankfurt stelle den Airport vor Herausforderungen, weil sich die Verkehre stark auf einzelne Tagesspitzen konzentrierten, sagt Fraport-Chef Stefan Schulte (Foto). Zusätzlich erhöhten die Coronamaßnahmen den Aufwand deutlich. Immerhin: Dank staatlicher Ausgleichszahlungen macht der Airport-Betreiber wieder Gewinn.

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Stefan Schulte sieht angesichts steigender Passagierzahlen "operative Herausforderungen"

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Knapp 6,5 Millionen Fluggäste hat Deutschlands größter Flughafen im ersten Halbjahr 2021 abgefertigt. Das sind 80 Prozent weniger als im selben Zeitraum 2019 und auch 47 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2020, in dem sich die Coronapandemie erst ab Mitte März ausgewirkt hatte. Aber immerhin: Im Juni erholten sich die Passagierzahlen am Flughafen Frankfurt mit einem Plus von fast 200 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat auf rund 1,8 Millionen Passagiere. Diese Entwicklung habe sich nach vorläufigen Zahlen im Juli mit einem Zuwachs von rund 116 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat auf etwa 2,8 Millionen Passagiere fortgesetzt, berichtet Schulte. An Spitzentagen hätten die Passagierzahlen aktuell bereits rund 50 Prozent des Aufkommens aus dem Rekordjahr 2019 erreicht.

Es gibt wieder Schlangen

Weil die Airlines ihre Abflüge weiter auf die gefragtesten Tageszeiten konzentrieren, kommt es trotz des insgesamt geringeren Passagieraufkommens in den Tagesspitzen offenbar häufiger zu längeren Schlangen. So dürfte Schultes Hinweis auf die "operativen Herausforderungen" zu werten sein. Um einer möglichen Debatte über zu wenig Personal bei den Kontrollen vorzugreifen, erklärte der Fraport-Chef, diesen Herausforderungen wolle man begegnen, indem der Flughafen gemeinsam mit unseren Partnern die Abläufe kontinuierlich verbessere und die Kapazitäten an den jeweiligen Bedarf anpasse, verspricht Schulte.

Der Konzernumsatz der Fraport AG lag im ersten Halbjahr mit 811 Millionen Euro um elf Prozent unter dem Vorjahreswert. Weil der Bund im Gegenzug für die geforderte Offenhaltung der deutschen Flughäfen sogenannte Vorhaltekosten im Umfang von 160 Millionen Euro ausglich, konnte Fraport im zweiten Quartal einen Gewinn von 85 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum: minus 182 Millionen Euro) verbuchen.

20 bis 25 Millionen Passagiere erwartet

Nach dem Ende des ersten Halbjahres rechnet Fraport-Chef Schulte für den Flughafen Frankfurt für das Gesamtjahr weiterhin mit rund 20 bis 25 Millionen Fluggästen. Bei den internationalen Konzernflughäfen werde weiterhin mit einer noch dynamischeren Erholung als in Frankfurt gerechnet. Den Konzern-Umsatz sieht der Unternehmensvorstand unverändert bei rund zwei Milliarden Euro.

Für das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen rechnet Schulte mit 460 bis 610 Millionen Euro, die bisherige Prognose laut Geschäftsbericht 2020 hatte mit 300 bis 450 Millionen Euro kalkuliert. Darin war vom Bund und dem Land Hessen gewährte Ausgleich für die im ersten Lockdown 2020 am Flughafen Frankfurt entstandenen Vorhaltekosten noch nicht enthalten gewesen. Auch das Konzern-EBIT, also der Vorsteuergewinn, werde davon beeinflusst und nun positiv erwartet. Das Konzern-Ergebnis werde "leicht negativ bis leicht positiv", so Fraport.

Christian Schmicke

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