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14. Dezember 2021 | 18:48 Uhr
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Touristikverbände prangern Sommerferien-Regelung an

Ein Ritual, das so zuverlässig vorhersagbar ist wie Weihnachten und Ostern, nimmt auch diesmal seinen gewohnten Lauf: Die Kultusministerkonferenz (KMK) beschließt die Termine für die Sommerferien, Bayern und Baden-Württemberg haben wieder jedes Jahr Ferien bis in den Herbst hinein und die Reisebranche meckert. Ein Überblick.

Koffer am Strand

Die Touristik ist mit den Beschlüssen der Kultusministerkonferenz nicht zufrieden

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Die Termine der Sommerferien für die Jahre 2025 stehen fest. Und eigentlich bleibt alles, wie es war. Fast alle Bundesländer "rollieren" beim Ferienbeginn; in der Regel zwischen Anfang Juli und Ende Juli, einmal schon ab Mitte Juni. Nur Bayern und Baden-Württemberg starten, wie schon seit vielen Jahren, nie vor den letzten Juli-Tagen in die großen Ferien.

Diese Regelung für Bayern und Baden-Württemberg, die vielleicht noch aus einer Zeit stammt, in der die lieben Kleinen in den agrarisch geprägten Süd-Ländern bei der Ernte helfen mussten, bleibt nach dem jüngsten Beschluss der Kultusministerkonferenz mindestens bis 2030 bestehen. Die Bayern freut’s: "Für unsere Familien im Freistaat ist das Ergebnis sehr erfreulich", wird Kultusminister Michael Piazolo zitiert. "Wir können den bewährten bayerischen Ferienrhythmus, der von unseren Schülerinnen und Schülern und ihren Eltern sehr geschätzt wird, auch künftig fortsetzen." Für die anderen Bundesländer bedeutet dies, dass an den Schulen die Zeit vor und nach den Sommerferien mal knapper und mal großzügiger bemessen ist; gleich lang, wie etwa in Bayern und Baden-Württemberg, sind die Schuljahre bei ihnen aber nie.

Zeitkorridor für die Ferien schrumpft

Die Reaktion der Reisebranche auf die kultusministerielle Planwirtschaft ist ebenfalls seit Jahrzehnten dieselbe. Denn sowohl aus der Sicht der heimischen Hotel- und Ferienhausbranche als auch aus dem Blickwinkel der Reiseveranstalter wäre es natürlich am schönsten, wenn in irgendeinem Bundesland immer Sommerferien wären. Das würde die Saison sowohl verlängern als auch deutlich entzerren, so das durchaus nachvollziehbare Argument. Je größer der sogenannte Korridor zwischen Ferienbeginn und -ende, desto besser.

Dass die aktuellen Beschlüsse der KMK die Reisebranche ebenso wenig begeistern wie die Pädagogen, liegt also nahe. Denn der Zeitkorridor zwischen dem frühesten Ferienbeginn und dem spätesten Ferienende ist von der Mitte bis zum Ende des Jahrzehnts mit in der Regel 80 Tagen noch kleiner als in den Jahren davor – davor sind es immerhin 82 Tage.

"Überfüllte Flughäfen, steigende Preise"

Dementsprechend folgen auch die Reaktionen der Verbände dem gewohnten Muster: "Leidtragende eines zu eng bemessenen Ferienkorridors sind Familien mit schulpflichtigen Kindern. In den Sommerferien ballt sich weiterhin der Hin- und Rückreiseverkehr an einzelnen Tagen – überfüllte Flughäfen und steigende Preise sind die Folge", sagt DRV-Präsident Norbert Fiebig.

Der Geschäftsführer des Deutschen Tourismusverbandes DTV, Norbert Kunz, sieht das ähnlich: "Für den Deutschlandtourismus sind die Ferienzeiten ab 2025 enttäuschend", sagt er. Die Bedenken und Argumente der Branche und auch der Wirtschaftsministerkonferenz seien "offensichtlich ignoriert" worden. "Vermehrte Staus, Angebotsverknappung und Preisanstiege werden die Folge sein. Aus Sicht des Deutschlandtourismus, der von Corona stark belastet wurde und noch ist, ist die Entscheidung der Kultusministerkonferenz nicht nachvollziehbar", so Kunz.

Immerhin findet der DRV noch einen kleinen positiven Aspekt in den Beschlüssen: Planungssicherheit. "Als DRV begrüßen wir, dass die Ferientermine für die einzelnen Bundesländer jetzt endlich festgelegt wurden. Damit haben Familien mit Kindern wieder Planungssicherheit für ihren Sommerurlaub in den kommenden Jahren und auch die Reisewirtschaft kann sich rechtzeitig auf die mittelfristige Kapazitätsplanung einstellen", heißt es in einer Mitteilung. Eine interessante Feststellung in einem Jahr, in dem nicht einmal klar ist, was aus geplanten Reisen in den nächsten Wochen wird. Sommerurlaub 2028 schon gebucht?

Christian Schmicke

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