Start-ups ringen mit Kapitalmangel
Der Zugang zu Kapital bleibe für viele Start-ups in Deutschland eine Herausforderung, berichtet der Digitalverband Bitkom. Laut einer Umfrage plane knapp die Hälfte der jungen Technologieunternehmen in diesem Jahr eine neue Finanzierungsrunde, jedes vierte denke indes über den Wegzug ins Ausland nach.
iStock/Olena Demydenko
48 Prozent der befragten Start-ups wollen nach Erkenntnissen des Digitalverbandes 2026 frisches Kapital aufnehmen. Im Durchschnitt sollen dabei rund vier Millionen Euro eingesammelt werden. Gleichzeitig erwägen nach Erkenntnissen von Bitkom viele Unternehmen, den Standort zu wechseln. 25 Prozent dächten darüber nach, Deutschland wegen mangelnder Finanzierungsmöglichkeiten zu verlassen, heißt es. Nur 17 Prozent der Befragten hielten das Angebot an Venture Capital – Wagniskapital – im Inland für ausreichend.
Sorge um Innovationsstandort
Nun ist es grundsätzlich nicht erstaunlich, wenn Jungunternehmer den Geldzufluss durch mögliche Kapitalgeber eher für zu gering als für zu üppig halten. Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst sieht darin allerdings ein Risiko für den Innovationsstandort Deutschland. "Mit jedem Start-up, das Deutschland verlässt, verlieren wir Arbeitsplätze und Wertschöpfung, aber vor allem auch innovative Ideen und Lösungen", sagt er.
Als mögliche Gegenmaßnahmen nennt Wintergerst eine stärkere Förderung von Wachstums- und Innovationskapital sowie zusätzliche Anreize für institutionelle Investoren, sich stärker im Venture-Capital-Markt zu engagieren.
Auch Reformen bei der privaten Altersvorsorge könnten nach seiner Einschätzung helfen. Dadurch könnten Versicherte indirekt am Erfolg von Start-ups beteiligt und gleichzeitig der Kapitalmarkt gestärkt werden.
Mehrheit rechnet mit erfolgreicher Finanzierung
Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen sind viele Gründer nach Erkenntnissen der Bitkom-Befragung optimistisch. 64 Prozent der Start-ups, die in diesem Jahr Kapital aufnehmen wollen, gehen davon aus, dass ihre Finanzierung gelingt.
13 Prozent äußern Zweifel. Weitere 23 Prozent können noch nicht einschätzen, ob sie ausreichend Investoren finden werden oder wollten dazu keine Angaben machen.
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