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8. Dezember 2021 | 13:43 Uhr
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TUI braucht dringend einen guten Sommer

Ein Konzernverlust von knapp 2,5 Milliarden Euro im abgelaufenen Geschäftsjahr und eine Nettoverschuldung von fünf Milliarden Euro stellen TUI vor immense Herausforderungen. Konzernchef Fritz Joussen (Foto) hofft trotz Omikron und neuen Reisebeschränkungen auf die Wende im nächsten Jahr.

Joussen Fritz

Fritz Joussen hofft auf günstigere Rahmenbedingungen im nächsten Jahr

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Der CEO der TUI Group ist Optimist – angesichts der aktuellen Situation bleibt ihm auch wenig anders übrig. So hat der Konzern im Geschäftsjahr 2020/21 bei einem Umsatz von 4,7 Milliarden Euro knapp 2,5 Milliarden Euro verbrannt. Immerhin entspricht das einer Verbesserung gegenüber dem Vorjahr, in dem der Verlust mit gut 3,1 Milliarden Euro noch höher ausfiel.

Auch in der aktuellen Entwicklung versucht Joussen Lichtblicke zu sehen. So habe der Konzern im letzten Quartal des Geschäftsjahres, also den klassischerweise ertragsstärksten Monaten Juli bis September, im Segment Hotels & Resorts sowie im Veranstalter- und Airline-Geschäft in den Regionen Zentral und West erstmals seit Beginn der Pandemie ein positives Quartalsergebnis (EBIT) erreicht, sagt er. Dies stelle "unter Beweis, dass wir bei Wiederaufnahme unseres Geschäftsbetriebes zügig zu profitablen Ergebnisbeiträgen zurückkehren“, so Joussen. Unter dem Strich blieb allerdings auch in diesem Quartal ein Verlust von 97 Millionen Euro. Auch die Nettoverschuldung liege mit knapp fünf Milliarden Euro nun um 1,4 Milliarden unter der des vergangenen Quartals, führt der TUI-CEO an. Grund dafür sind in erster Linie Einnahmen aus dem Verkauf von Hotelimmobilien an Riu.

Kräftige Erholung im Sommer

Aktuell lägen die Buchungen für den Winter bei 62 Prozent des Buchungsniveaus für das Winterprogramm 2018/19, erklärt der TUI-Chef. "Vor der aktuellen Medienberichterstattung" – gemeint ist der starke Anstieg der Corona-Infektionszahlen in Deutschland in den vergangenen Wochen und die Entdeckung der stark mutierten Omikron-Variante des Coronavirus – sei eine Normalisierung der Buchungsentwicklung im Vergleich zum Niveau des Winterprogramms 2018/19 zu verzeichnen gewesen, sagt Joussen. Die durchschnittlichen Verkaufspreise hätten mit einem Zuwachs von 15 Prozent stark angezogen. Die Kapazitätsplanung für das erste Quartal sei mit 93 Prozent "bereits gut verkauft".

Sollten die jüngsten Trends anhalten, werde die Kapazität jedoch "wahrscheinlich in Richtung unteres Ende unserer Kapazitätsplanung für den Winter" von derzeit 60 bis 80 Prozent "angepasst", räumt der Manager ein. Allgemein erwarte TUI eine Fortsetzung des aktuellen Trends zu kurzfristigen Buchungen. Die Osterreisezeit im April 2022 sei bereits gut gebucht. Hier lägen die Buchungen bislang bei 90 Prozent des Niveaus des Winterprogramms 2018/19, vorrangig durch Buchungen aus Großbritannien.

Alles hängt von den Rahmenbedingungen ab

Für den Sommer verfüge TUI über „einen sehr ermutigenden Bestand von 2,2 Millionen Buchungen, ein Anstieg um 535.000 mehr als beim letzten Buchungsupdate vom 3. Oktober. Diese Entwicklung sei auf einen Mix aus Umbuchungen und Neubuchungen zurückzuführen, der die anhaltende Reiselust und Nachfrage nach einem Sommerurlaub mit TUI widerspiegele. „In dieser frühen Phase erwarten wir, dass sich die Gästezahlen für das Sommerprogramm 2022 erholen und nahezu an das normalisierte Niveau des Sommerprogramms 2019 heranreichen werden“, hofft Joussen. Diese Annahme stütze sich „auf die günstigere Ausgangsposition und darauf, dass sich die Rahmenbedingungen in der Reisebranche auch durch den Impffortschritt weiter positiv entwickeln werden“.

 Eine Prognose der weiteren Entwicklung der Pandemie und ihrer Auswirkungen auf das Verbraucherverhalten bleibe weiterhin schwierig, heißt es von TUI. Angesichts der unsicheren Rahmenbedingungen sei der Vorstand der Überzeugung, dass es „nicht angebracht wäre, zum jetzigen Zeitpunkt eine konkrete Prognose für das neue Geschäftsjahr 2022 abzugeben“.

Christian Schmicke

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