TUI-Chef kauft Aktien des eigenen Unternehmens
TUI-Chef Sebastian Ebel hat laut einer Mitteilung vom Freitag Aktien des von ihm geführten Unternehmens im Wert von gut 46.000 Euro gekauft. Der Schritt soll Zuversicht in die Stabilität des Konzerns demonstrieren, dessen Börsenwert zuletzt angesichts der Golfkrise deutlich gesunken war.
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Der Aktienkurs von TUI hat zuletzt deutlich nachgegeben
Binnen eines Monats ist der Wert der TUI-Aktie um gut ein Fünftel gesunken. Zum Wochenende notierten die Papiere bei 6,80 Euro. Hintergrund ist naheliegenderweise der aktuelle Iran-Krieg, der den Konzern Umsatz kostet und außerdem Kosten für den Rücktransport von Gästen aus den Golfstaaten, aber auch aus Fernreisezielen, die über die Flughäfen der Golfstaaten angesteuert werden sollten, verursacht. So zwang die Krise allein TUI, rund 10.000 Reisende aus Europa, die mit TUI unterwegs waren, zurück nach England, Schweden, Belgien oder Deutschland zu bringen.
"Viel robuster als vor einigen Jahren"
Im Interview mit dem Berliner Tagesspiegel (Abo) zeigt sich Ebel gleichwohl zuversichtlich. "Wir hatten einen sehr guten Start in das aktuelle Geschäftsjahr", unterstreicht er. Auch jetzt werde gebucht, bei den Reisezielen sei allerdings eine Verschiebung zu erkennen. TUI sei "heute viel robuster als vor einigen Jahren", so Ebel. Die aktuelle Krise werde "natürlich bei allen in der Branche Schrammen hinterlassen", räumt der TUI-Chef ein. Wie viel es am Ende sein werde, hänge davon ab, wie lange der Krieg noch andauere und wann die Seewege wieder zur Verfügung stünden. Die TUI-Cruises-Schiffe Mein Schiff 4 und 5 haben mittlerweile zwar keine Passagiere mehr an Bord; sie hängen aber nach wie vor in Abu Dhabi und Doha fest, weil die Straße von Hormus nicht passierbar ist.
Konfliktdauer entscheidend für Kurserholung
Der Aktienkauf des CEOs, den TUI am Freitag pflichtgemäß bekanntgab, soll in diesem Kontext wohl nicht zuletzt ein positives Signal an die Finanzmärkte senden. Tatsächlich liegt der Börsenwert von TUI um knapp ein Drittel unter dem vor drei Jahren und um drei Viertel unter dem Wert vor fünf Jahren. Eine deutliche Kurserholung dürfte indes, wie auch bei den Aktien der Airline-Industrie, stark vom weiteren Verlauf des Konflikts zwischen den USA und Israel auf der einen und dem Iran auf der anderen Seite abhängen.
Christian Schmicke
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