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13. August 2026 | 13:57 Uhr
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TUI-Chef kritisiert fehlenden wirtschaftspolitischen Kompass

TUI-Chef Sebastian Ebel hat der Bundesregierung in der Talkshow von Sandra Maischberger einen "fehlenden wirtschaftspolitischen Kurs" vorgeworfen. Zugleich sieht er die Touristik trotz Kriegen, Waldbränden und Klimafolgen vergleichsweise robust. Bei Protesten gegen Massentourismus mahnt Ebel jedoch zu Konsequenzen: Wo Einheimische Touristen nicht mehr akzeptierten, müsse die Branche reagieren.

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TUI-CEO Sebastian Ebel vermisst bei der Bundesregierung einen fehlenden wirtschaftspolitischen Plan, sieht die Touristik aber robust aufgestellt

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Der TUI-CEO übte in der Talkshow deutliche Kritik an der Wirtschafts- und Regierungspolitik in Deutschland. Im Gespräch mit Sandra Maischberger sagte er, viele Vorhaben seien angekündigt, aber nicht umgesetzt worden. "Die Menschen wollen einen Plan", sagte Ebel. Sie seien auch bereit, Belastungen hinzunehmen, wenn klar sei, wofür diese notwendig seien.

Diesen Plan vermisst der TUI-Chef derzeit. Es gebe keine ausreichende Kommunikation und kein stringentes wirtschaftspolitisches Konzept. Ebel fordert eine klare Festlegung, in welchen Bereichen Deutschland künftig wachsen und international wettbewerbsfähig bleiben wolle. Dabei müsse der Staat Prioritäten für Investitionen setzen.

Energiewende hält Ebel für richtig

Die Energiewende bewertet Ebel grundsätzlich positiv. Sie sei jedoch schlecht vermittelt worden und habe deshalb Widerstand hervorgerufen. Deutschland könne sich dadurch langfristig unabhängiger von fossilen Energieträgern machen. Nötig seien unter anderem leistungsfähige Netze und dezentrale Speicher.

Ebel sieht dabei keinen grundsätzlichen Gegensatz mehr zwischen Wirtschaftlichkeit und Klimaschutz. Auch im Tourismus seien alternative Energieträger wirtschaftlich sinnvoll. Als Beispiel nannte er den Einsatz von Bioenergie für Kreuzfahrtschiffe.

Die Folgen des Klimawandels treffen zugleich immer häufiger Urlaubsregionen. Waldbrände wie zuletzt in Frankreich, Griechenland oder der Türkei beeinträchtigten das touristische Geschäft nach Ebels Einschätzung bislang allerdings nur begrenzt. Entscheidend sei, dass Destinationen auf solche Ereignisse vorbereitet seien. Besonders Griechenland und die Türkei hätten ihre Brandbekämpfung verbessert.

Krisen belasten das Geschäft

Schwieriger sind für die Touristik nach Ebels Worten kriegerische Auseinandersetzungen. Den Krieg im Nahen Osten habe man im Vorfeld nicht absehen können. Hätte TUI entsprechende Informationen gehabt, hätte der Konzern früher anders reagiert. Konflikte seien grundsätzlich schlecht für das Reisegeschäft.

Denn Reisende bezögen die politische Lage eines Landes in ihre Urlaubsentscheidung ein. Trotz solcher Risiken bleibt der Firmenchef grundsätzlich optimistisch. Europa verfüge über wirtschaftliche Ressourcen und starke Partner und müsse diese stärker bündeln.

Ebel fordert Rücksicht bei Overtourism

Auch die Proteste gegen zu viele Touristen auf Mallorca sprach Maischberger an. Der CEO zieht hier eine klare Grenze: Wenn sich Urlauber nicht mehr willkommen fühlten und Einheimische Tourismus ablehnten, gerate der touristische Sektor unter Druck. "Wir sollten nicht allein um der Zahlen willen Gäste irgendwohin schicken", sagte er.

Für klassische Pauschalreisen sieht Ebel dennoch eine hohe Akzeptanz. Gäste übernachteten in Hotels und nähmen Einheimischen keinen Wohnraum weg. Zudem beschäftige TUI inzwischen überwiegend Arbeitskräfte aus den jeweiligen Regionen.

Anders könne die Situation bei großen Besucherzahlen durch Kreuzfahrtschiffe aussehen. Wenn Städte weniger Gäste wünschten, müsse die Branche dies respektieren. Die Zahl der Anläufe lasse sich reduzieren, sagte Ebel. Entscheidend seien Kommunikation, gegenseitige Anerkennung und die Bereitschaft, auf die Interessen der Bevölkerung vor Ort einzugehen.

Christian Schmicke

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