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12. August 2021 | 13:28 Uhr
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TUI-Chef sieht starken Trend zu Online-Buchungen

Laut CEO Fritz Joussen machen Buchungen über eigene und fremde Online-Portale in Deutschland mittlerweile 39 Prozent des Umsatzes von TUI aus. Joussen findet das gut, schraubt aber gleichzeitig die Erwartungen an das Sommergeschäft zurück. Der Konzern verbrannte im letzten Quartal 670 Millionen Euro.

Joussen Fritz

Fritz Joussen setzt voll auf die Online-Karte

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In Deutschland sei der Anteil der Online-Buchungen im dritten Quartal des Geschäftsjahres von April bis Juni im Vergleich zu 2019 von 22 auf 39 Prozent gestiegen, sagt Joussen. Konzernweit liege der Anteil bei 52 Prozent. Zudem finde die Interaktion mit Gästen verstärkt digital statt – fast 70 Prozent der TUI Pauschalreisegäste nutzten die TUI-App. Dies entspreche einer Steigerung um 21 Prozentpunkte.

Joussens Statement, das in erster Linie die Erwartungen der Börse befriedigen soll, reiht sich ein in eine Reihe ähnlicher Formulierungen, die die Wandlung des TUI-Konzerns zum "digitalen Plattformunternehmen" unterstreichen sollen. Vom stationären Vertrieb, der seit Beginn der Pandemie äußerst unzufrieden mit der Erreichbarkeit des Veranstalters ist, wird er dafür weder Beifall erwarten noch erhalten.

Reduzierte Erwartungen an den Sommer

Insgesamt bremsten im dritten Quartal weiterhin die Reiserestriktionen das Geschäft. Das betrifft vor allem für den wichtigen britischen Markt, für den bis Mitte Juli noch gravierende Reisebeschränkungen herrschten. Derzeit lst das Gästevolumen in Deutschland laut Joussen rund doppelt so hoch wie in Großbritannien. Das bleibt nicht ohne Folgen: Die geplanten Kapazitäten in den wichtigsten Urlaubsmonaten im Sommer sollen nun nur noch 60 Prozent des Niveaus von 2019 erreichen. Im Mai hatte Joussen als Zielmarke noch 75 Prozent ausgerufen; doch nun liegen die Buchungen für die Sommermonate um mehr als die Hälfte unter dem Stand von 2019. Immerhin: Die Preise lägen für diesen Zeitraum im Schnitt sechs Prozent höher als im Sommer 2019, teilt TUI mit. Auch die Auslastung sei hoch.

Positiver Cashflow und hohe Verschuldung

Erstmals seit Beginn der Pandemie verzeichnete TUI im dritten Quartal wieder einen positiven Cash-Flow vor Finanzierungstätigkeit in Höhe von rund 320 Millionen Euro; 87 Millionen davon resultieren aus Verkäufen von Unternehmensteilen. Der Umsatz erreichte indes lediglich 650 Millionen Euro und der Vorsteuerverlust EBIT lag bereinigt bei 670 Millionen Euro. In den ersten neun Monaten rutschte TUI mit rund zwei Milliarden Euro in die roten Zahlen.

Ziel des Konzerns bleibe weiterhin eine schnelle Rückführung der staatlichen Kredite, erklärte Joussen. Zum 9. August hatte TUI nach eigenen Angaben liquide Mittel in Höhe von 3,1 Milliarden Euro zur Verfügung. Die Nettofinanzverschuldung einschließlich Leasingverbindlichkeiten addiert sich mittlerweile auf 6,35 Milliarden Euro. Wie das Handelsblatt süffisant mitteilt, weist der Konzern nun ein negatives Eigenkapital von 525 Millionen Euro aus – drei Monate zuvor betrug das positive Eigenkapital noch 193 Millionen Euro.

"Mit eineinhalb Millionen zusätzlichen Buchungen seit Mai und insgesamt mehr als vier Millionen Buchungen für das Sommergeschäft sind die Zahlen erfreulich", resümiert der TUI-Chef. "Insbesondere in Deutschland und in den kontinentaleuropäischen Märkten zeigen die aktuellen Buchungszahlen einen hohen Nachholbedarf. In England konnten die Reisen erst Mitte Juli wieder aufgenommen werden. Nachfrage und Buchungen dort werden sich erst im 4. Quartal widerspiegeln."

Christian Schmicke

 

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