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11. Dezember 2020 | 07:00 Uhr
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TUI hat jetzt schon 6,4 Milliarden Euro Schulden

Mit dem am Donnerstag veröffentlichten Milliarden-Verlust hat der TUI-Konzern einen riesigen Schuldenberg angehäuft und sein Eigenkapital beinahe aufgebraucht. Dabei war die erste Hälfte des Geschäftsjahres noch gar nicht von Corona betroffen. Für das neue Jahr gibt sich Chef Fritz Joussen (Foto) zwar optimistisch, wagt aber keine Prognose.

Joussen Fritz

TUI-Konzernchef Fritz Joussen will sparen, Tafelsilber verkaufen und digitalisieren

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Der Geschäftsbericht des TUI-Konzerns hat 262 Seiten und enthält tausende Zahlen. Doch am Ende sind es nur einige wenige, die die angespannte Lage des Reisekonzerns verdeutlichen. Der Umsatz brach von 18,9 auf 7,9 Milliarden Euro ein, ein Minus um 58 Prozent. Unterm Strich steht ein Konzernverlust von 3,1 Milliarden Euro, wo letztes Jahr noch 500 Millionen Gewinn strahlten.

Eigenkapital schrumpft auf 1,4 Prozent

Das blieb nicht ohne Auswirkung auf die Finanzlage. Der Schuldenberg wuchs von 900 Millionen auf 6,4 Milliarden Euro. Dramatisch auch die Entwicklung der Eigenkapitalquote des TUI-Konzerns, die von 25,7 Prozent auf nur noch 1,4 Prozent schrumpfte.

Weil sich diese Zahlen auf das Ende des Geschäftsjahres schon am 30. September beziehen, wird sich die anhaltende Corona-Pandemie auch massiv auf die nächste Bilanz auswirken. Durch die neuerlichen Staatskredite türmt TUI weitere Schulden auf. Und die erste Hälfte des neuen Geschäftsjahres scheint durch Lockdowns und Reisebeschränkungen weitgehend auszufallen.

Joussen will sparen und digitalisieren

Konzernchef Fritz Joussen regiert mit Sparen. „TUI wird schlanker, schneller und effizienter“, schreibt er im Geschäftsbericht. „Auf der Kostenseite haben wir uns das Ziel gesetzt, mittelfristig mehr als 300 Millionen Euro zu sparen. Zudem fahren wir Investitionen in Hotels und Kreuzfahrten zurück.“ Das dürfte mit weiterem Personalabbau einhergehen. Ende September hatte der Konzern noch 48.300 Mitarbeiter, ein Jahr zuvor waren es noch 71.500.

Andererseits hält Joussen am Umbau der TUI fest. „Wir beschleunigen den digitalen Wandel. Neben der Plattform für Aktivitäten bauen wir eine weitere Plattform aus, für Hotels.“ Für jede der Plattformen investiere TUI jährlich einen mittleren bis hohen zweistelligen Millionenbetrag. „Kunden kaufen zunehmend online und die Bereitschaft, sich von einer smarten App betreuen zu lassen, steigt ebenso“, sagt Joussen.

Ohne Prognose auf Sicht fliegen

Grundsätzlich gibt sich der Konzernchef optimistisch. „Die Menschen wollen reisen – daran ändert Covid-19 nichts.“ 2021 werde ein Übergangsjahr, aber die Buchungslage für den Sommer sei bis jetzt sehr ermutigend. Eine konkrete Prognose will er angesichts erheblicher Unsicherheiten nicht abgeben. „Noch fliegen wir auf Sicht, aber ich gehe nach gegenwärtigem Stand – und in Abhängigkeit von der Entwicklung der Reisebeschränkungen – von einer Normalisierung unseres Geschäfts in 2022 aus.“

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