TUI verbessert Bilanz im ersten Quartal
TUI hat im saisonal schwachen ersten Geschäftsquartal zugelegt. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) verbesserte sich um 26,3 Millionen Euro auf 77,1 Millionen Euro. Der Umsatz blieb mit 4,9 Milliarden Euro nahezu unverändert. Unter dem Strich stand ein Verlust von knapp 44 Millionen Euro, nach rund 85 Millionen Euro im Vorjahr.
TUI Group
Bei gleichen Umsätzen steigerte TUI im ersten Quartal des Geschäftsjahres das operative Ergebnis
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CEO Sebastian Ebel wertet die Nachfrage weiter als stabil. "Die Buchungen für Winter 2025/26 und für Sommer 2026 entsprechen unseren Erwartungen, die Nachfrage bleibt robust", sagt er. Auch die Prognose bleibe unverändert: währungsbereinigt soll der Umsatz im Geschäftsjahr bis Ende September um zwei bis vier Prozent steigen, das bereinigte Ebit um sieben bis zehn Prozent – "insbesondere aufgrund der Erwartungen für den Sommer 2026".
Hotels und Kreuzfahrten als Ergebnisstützen
Wesentlicher Gewinnbringer blieb das Hotelgeschäft. Hier lag das bereinigte operative Ergebnis bei 131 Millionen Euro, nach 150 Millionen im Vorjahreszeitraum. Belastend wirkten Hurrikan Melissa auf Jamaika mit Kosten von zehn Millionen Euro aufgrund notwendiger Hotelschließungen sowie der Wegfall eines positiven Wechselkurseffekts von 15 Millionen Euro aus dem Vorjahr. Die Auslastung stieg auf 81 Prozent, die durchschnittliche Bettenrate sank um zwei Prozent auf 92 Euro.
Deutlich stärker legten die Kreuzfahrten zu. Das bereinigte operative Ergebnis stieg um fast 71 Prozent auf 82,3 Millionen Euro. Die verfügbaren Passagiertage erhöhten sich auf drei Millionen, die Auslastung kletterte auf 98 Prozent. Die durchschnittliche Tagesrate blieb mit 211 Euro etwa stabil. Die Erlebnissparte TUI Musement drehte ebenfalls nach oben und verbesserte das bereinigte Ebit von minus 2,3 Millionen auf plus 0,5 Millionen Euro. Der Umsatz stieg um 5,6 Prozent auf 244 Millionen Euro.
Veranstaltergeschäft reduziert saisonalen Verlust
Im Segment Märkte + Airline sank der saisonale Verlust von 125 auf 115 Millionen Euro. TUI-Chef Ebel führt das auf Effizienzsteigerungen und eine reduzierte Kostenbasis zurück. Die Gästezahl in diesem Bereich lag mit 3,7 Millionen um rund zwei Prozent unter Vorjahr, was der Konzern mit der „strategischen Reduzierung der Risikokapazität“ und diszipliniertem Kapazitätsmanagement begründet. Die Zahl dynamisch paketierter Reisen legten um acht Prozent auf 0,8 Millionen Gäste zu.
Die Region Zentral mit Deutschland, Österreich, der Schweiz, Polen erzielte ein positives bereinigtes operatives Ergebnis von 11,7 Millionen Euro. Ebel kündigte zudem an, im Budgetsegment stärker wachsen zu wollen, unter anderem mit L’tur. Außerdem kündigte er eine neue weltweite Budgetmarke an, die in Kürze lanciert werden soll.
Buchungslage und Erwartungen für 2026
Für Hotels & Resorts erwartet TUI im zweiten Quartal (Januar bis März) eine konstante Auslastung, die Raten sollen um drei Prozent steigen. Für das zweite Halbjahr liegt die Auslastung aktuell vier Punkte unter Vorjahr, was Ebel unter anderem mit neuen Hotels und mehr Kapazität erklärt, bei den Raten bleibt es bei plus drei Prozent.
Bei Kreuzfahrten liegt die Auslastung im laufenden zweiten Quartal um vier Punkte über dem Vorjahr, im zweiten Halbjahr drei Punkte. Die Durchschnittspreise sollen jeweils um ein Prozent zulegen. Im Bereich Märkte + Airline bewegt sich der gebuchte Umsatz mit minus ein Prozent im Winter 2025/26 und minus zwei Prozent im Sommer 2026 laut TUI im Rahmen der geplanten geringeren Risikokapazität; das Winterwetter habe spätere Buchungen begünstigt.
Portfolio wächst, Verschuldung sinkt
Der Konzern betreibt aktuell rund 460 Hotels weltweit, Verträge für weitere 70 seien unterschrieben. Im März 2026 soll mit der TUI Aria ein weiteres Flusskreuzfahrtschiff starten, im Sommer 2026 folgt mit der Mein Schiff Flow ein weiterer Neubau für die Hochsee. Die Nettoverschuldung verringerte sich zum 31. Dezember 2025 um 0,5 Milliarden Euro auf 3,6 Milliarden Euro.
Auf der Hauptversammlung in Hannover soll zudem erstmals nach längerer Pause wieder eine Dividende beschlossen werden: Vorgesehen ist eine Starter-Dividende von 0,10 Euro je Aktie für das Geschäftsjahr 2025. Ab dem Geschäftsjahr 2026 plant der Konzern eine Ausschüttungsquote von zehn bis 20 Prozent des bereinigten Ergebnisses je Aktie.
Christian Schmicke
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