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27. Februar 2019 | 08:25 Uhr
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USA stellen EU-Airlines Ultimatum

Washington droht für Strecken in die USA mit der Beschränkung von Wet-Leasing, dem Anmieten von Flugzeugen mit Crew. Davon betroffen wären Lufthansa, Eurowings und weitere europäische Airlines. Grund ist der zähe Prozess innerhalb der EU. Ohne Einigung müssen die Airlines die Flüge ab dem 30. März im Zweifelsfall einstellen.

Eurowings_A330 in Fort Meyers_Foto Eurowings.jpg

Eurowings-Airbus A330

Schon sechs Jahre dauern die Gespräche zwischen den USA und der EU an. Im Februar vor einem Jahr einigten sich beide Seiten auf die Aufhebung der bisher geltenden Laufzeit von Wet-Leasing-Verträgen für US-Airlines, die in die EU fliegen. Doch in der EU dauert es, bis alle Mitgliedstaaten die Vereinbarung unterzeichnet haben. Zu lange für die USA.

Bisher gilt folgende Regel: Mietet eine US-Airline ein Flugzeug mit Crew von einer anderen Airline, dann ist dies auf Strecken von der USA in die EU für sieben Monate gestattet und kann um weitere sieben Monate auf insgesamt 14 Monate verlängert werden. Umgekehrt können EU-Airlines das Wet-Lease-Verfahren für Flüge in die USA unbegrenzt anwenden. Das benachteiligt laut US-Transportministerium amerikanische Fluglinien. Wenn es bis zum 30. März keine Einigung mit der EU gibt, dann will die Behörde die bisherige Regelung auch für EU-Airlines durchsetzen.

Wenn also Lufthansa, Eurowings, Aer Lingus, Thomas Cook, Air Europa und Cargolux Italia wie gewohnt auf Wet-Leasing-Anbieter zurückgreifen, um in die USA zu fliegen, dann überprüfen die Amerikaner, wie lange diese Verträge bereits laufen. Sind 14 Monate überschritten, müssten die Flüge eingestellt werden. Nur wenn die Airline auf eigene Maschinen mit eigener Crew zurückgreifen kann, kann die Strecke weiter bedient werden. Für den Sommerflugplan wäre das jedoch kaum noch umzusetzen. 

Lufthansa gibt sich derweil noch gelassen. "Die Amerikaner haben auch aus unserer Sicht ein berechtigtes Interesse, dass die vereinbarte Weiterentwicklung des EU-US-Open-Sky-Abkommens in puncto Wet-Leases durch die EU in Kraft gesetzt wird", sagte ein Lufthansa-Sprecher auf Anfrage von Reise vor9. "Wir sind zuversichtlich, dass dies in den kommenden Wochen gelingt und sich damit der jüngste Streit um Wet-Lease-Flüge zwischen beiden Kontinenten auflöst."

Thomas Horsmann

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