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8. Oktober 2019 | 18:00 Uhr
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Veranstalter übernehmen im großen Stil Betten von Neckermann

Allein auf Mallorca sollen sich die Hoteliers mit TUI, DER Touristik, FTI, Alltours und Schauinsland auf die Übernahme von rund 400.000 Plätzen für den nächsten Sommer geeinigt haben. Auch auf den Kanaren sowie in Griechenland, der Türkei und Ägypten sind die Verhandlungen über bisherige Cook-Kapazitäten weit fortgeschritten.

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Die Kataloge für den Sommer 2020 seien gerade im Druck gewesen, da habe der Hoteleinkauf für wichtige Ziele von Neuem begonnen, sagt Alltours-Chef Willi Verhuven im Gespräch mit Reise vor9. So habe sich Alltours in ehemals überschnittenen Hotels zusätzliche Kapazitäten gesichert und zudem neue Häuser, die zuvor exklusiv bei Thomas Cook unter Vertrag gestanden hätten, ins Programm genommen. Viele der Anlagen seien bereits buchbar, bei anderen befänden sich die Gespräche in der Endphase, so Verhuven, und: "Wir werden vor allem auf Mallorca und den Kanaren stark wachsen."

Ähnlich verhält es sich bei den anderen Veranstaltern. Wie die gewöhnlich gut unterrichtete mallorquinische Tageszeitung "Ultima Hora" berichtet, will sich TUI allein auf Mallorca 100.000 Plätze aus den früheren Beständen von Neckermann sichern. Aus dem TUI-Umfeld habe es geheißen, man man verhandele mit 42 Hotels, die zuvor exklusiv bei Thomas Cook unter Vertrag gestanden hätten. Entsprechend solle auch in anderen Zielgebieten, wie zum Beispiel Griechenland, verfahren werden.

Hoteliers  drücken aufs Tempo

Für  die Hoteliers in den großen Zielgebieten ist die schnelle Übernahme von Kapazitäten durch alternative Anbieter überlebenswichtig. Schließlich fehlen ihnen bereits die Einnahmen aus den Hochsaisonmonaten Juli und August, die Thomas Cook nicht an sie überwiesen hat. Andererseits können die Veranstalter dabei die Bedingungen diktieren. Schließlich hatten sie ihre planmäßigen Kapazitäten bereits vor der Thomas-Cook-Pleite ausgehandelt. Bei den erneuten Verhandlungen geht es dementsprechend "nur noch" um die Sicherung zusätzlicher Marktanteile. 

In einigen Fällen sind die Hoteliers offenbar schon vor dem Aus für Thomas Cook an andere Veranstalter herangetreten, um sich aus der Abhängigkeit von dem bekanntermaßen in Schwierigkeiten steckenden Konzern zu lösen. So berichtet Alltours-Chef Verhuven, in den Katalogen für den Sommer 2020 sei erstmals eine größere Zahl von Iberostar Hotels vertreten. Die spanische Kette hatte über lange Zeit stark auf den Vertrieb über Thomas Cook gesetzt.

Christian Schmicke

 

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