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12. September 2026 | 08:39 Uhr
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Verbände formulieren Anforderungen an EU-Passagierpaket

Der DRV und der europäische Dachverband  Ectaa unterstützen das EU-Passagierpaket für leichter buchbare Bahn- und multimodale Reisen, verlangen aber Nachbesserungen. Reisevermittler sollen nicht für Fehler der Verkehrsunternehmen haften. Zugleich fordert Ectaa Zugang zu Tarifen, Verfügbarkeiten und Zusatzleistungen aller Verkehrsträger.

Flugzeug Bahn

Angebote verschiedener Verkehrsträger sollen durch das EU-Passagierpaket transparenter werden

Das EU Passenger Package umfasst drei miteinander verbundene Gesetzesvorhaben zu multimodalen Buchungen, Bahntickets und Fahrgastrechten bei durchgehenden oder kombinierten Fahrkarten. Ziel ist, Reisen mit mehreren Verkehrsmitteln einfacher vergleichbar und buchbar zu machen. Multimodale Buchungen sind Reisen, bei denen mehrere Verkehrsmittel in einer Buchung oder Reiseverbindung kombiniert werden, etwa Bahn, Flug, Fernbus oder Fähre.

Der DRV unterstützt die Richtung der Gesetzespläne, sieht aber Risiken für Reisebüros, Veranstalter und andere Vermittler. Deren Haftung müsse auf Leistungen beschränkt bleiben, die sie selbst kontrollieren können. „Verantwortung muss dort liegen, wo die jeweilige Leistung erbracht und kontrolliert wird“, sagt DRV-Präsident Albin Loidl.

Vermittler sollen nicht für Ausfälle haften

Nach Ansicht des Verbands dürfen Reiseunternehmen nicht für falsche Informationen, Ausfälle oder andere Versäumnisse von Beförderungsunternehmen einstehen müssen. Eine solche Verlagerung zusätzlicher Risiken auf unabhängige Vermittler könne den Wettbewerb schwächen. Der DRV warnt zugleich davor, bestehende Vertriebsmodelle oder Pauschalreisen durch die neuen Regeln unbeabsichtigt zu benachteiligen.

Ectaa verlangt Zugriff auf das gesamte Angebot

Der europäische Dachverband Ectaa setzt an einem weiteren Punkt an. Multimodale Regeln müssten tatsächlich für verschiedene Verkehrsmittel gelten und dürften sich nicht weitgehend auf die Bahn konzentrieren. Wo Anbieter unverzichtbare Inhalte kontrollieren, fordert der Verband faire, angemessene und diskriminierungsfreie Bedingungen.

Unabhängige Vermittler benötigen nach Ansicht von Ectaa Zugriff auf Tarife, verfügbare Plätze, Zusatzleistungen und Funktionen zur Bearbeitung einer Buchung. Ohne diesen Zugang könnten Reisebüros, Online-Portale und andere Vertriebsplattformen nur einen Teil des Marktes vergleichen. Kunden könnten dadurch günstigere oder passendere Verbindungen entgehen.

Mehr Transparenz

Ectaa unterstützt zudem transparente Rankings von Reiseangeboten. Nutzer sollen erkennen können, weshalb eine Verbindung weiter oben erscheint und ob eine Platzierung bezahlt wurde. Der Gesetzgeber solle den Vermittlern jedoch nicht vorschreiben, wie ihre Standardsortierung aussehen muss.

Je nach Kunde könnten Preis, Reisezeit, Zuverlässigkeit oder Komfort unterschiedlich wichtig sein. Vergleichsportale und Vermittler sollten deshalb eigene Lösungen entwickeln können.

Skeptisch sieht Ectaa auch Pläne, Plattformen großer Bahnunternehmen stärker in die Vermittlung konkurrierender Angebote einzubinden. Das könne deren Stellung im Vertrieb weiter ausbauen. Stattdessen fordert der Verband, Verkehrsinhalte für unabhängige Vermittler zu öffnen. Ectaa-Präsidentin Heli Mäki-Fränti fasst das Ziel so zusammen: Reisende sollten mehr Auswahl und Transparenz erhalten – Voraussetzung dafür sei ein unabhängiger Vertrieb mit Zugang zum vollständigen Angebot.

 Christian Schmicke

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