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20. Juli 2020 | 12:16 Uhr
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Warum die Lufthansa-Rückzahlungen so lange dauern

Während die Bearbeitung eines Falles vor Corona drei bis vier Minuten gedauert habe, seien es nun zehn bis 15, sagt LH-Vorstand Harry Hohmeister (Foto). Grund dafür seien Buchungen, bei denen nur Teilstrecken mit Lufthansa gebucht, Teile der Buchung schon abgeflogen seien oder kein Erstattungsanspruch bestehe.

Hohmeister Harry

Harry Hohmeister beschwört die Komplexität der Erstattungsthematik

Gegenüber der "FAZ" erklärte der Airline-Manager, ohne die praktizierte Einzelfallprüfung hätte Lufthansa einen dreistelligen Millionenbetrag für Tickets ausgezahlt, für die es keinen Erstattungsanspruch gegeben habe. Das sei etwa bei Flügen ab Mitte März und im April der Fall, die stattgefunden hätten, bei denen die Kunden aber nicht mehr fliegen wollten. Die sogenannte No-Show-Rate sei Ende März von der gewohnten Größenordnung von zwei Prozent auf 30 bis 40 Prozent und im April auf 65 Prozent gestiegen, so Hohmeister.

Jede berechtigte Forderung werde ausbezahlt, versicherte der Lufthansa-Vorstand erneut. Doch es werde noch vier bis sechs Wochen dauern, bis alle Erstattungen bis Ende Juni abgearbeitet seien. Zudem entstehen durch die Anpassung der Flugpläne an die geringere Nachfrage neue Erstattungsansprüche. Die Ende Juni beschlossenen Flugplanänderungen bis Ende Oktober hätten zu sechs Millionen Umbuchungen und mehr als einer Million zusätzlichen Erstattungsfällen geführt.

Immerhin: die neu hinzukommenden Forderungen sollen wieder, wie "früher", in die automatisierten Prozesse einlaufen, die Lufthansa im Zuge der Corona-Wirren blockiert hatte. Innerhalb der nächsten zehn bis 14 Tage werde man die automatisierten Prozesse wieder einschalten, kündigte Hohmeister an.

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