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8. Februar 2021 | 13:59 Uhr
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Weshalb das Airberlin-Verfahren noch nicht abgeschlossen ist

Die Entscheidung über die Frage, ob die Klage gegen den früheren Gesellschafter Etihad vor deutschen Gerichten verhandelt werde, liege derzeit beim Bundesgerichtshof, sagt Insolvenzverwalter Lucas Flöther. Der entscheide, ob eine Chance besteht, Ansprüche aus einer Patronatserklärung gegen die Golfstaaten-Airline geltend zu machen.

Airberlin Jet_Foto Airberlin Wiese

Die Airberlin-Gläubiger haben noch umfangreiche Forderungen offen

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Im Interview mit dem Fachportal "Aerotelegraph" erklärt Flöther, die Patronatserklärung von Etihad Airways für die defizitäre Beteiligung habe Gläubigern suggeriert, sie müssten sich wegen der Verbindlichkeiten von Airberlin keine Sorge machen – „wenn das Unternehmen es nicht schafft, stehen wir für eure Forderungen ein,“ habe das Signal geheißen. Dann jedoch habe sich Etihad nicht daran gehalten und Airberlin in die Insolvenz rutschen lassen.

Dagegen hatte der Insolvenzverwalter in Deutschland geklagt. Im Gegenzug erhob Etihad in England eine sogenannte "Torpedoklage", mit der die Airline feststellen lassen wollte, dass keine Ansprüche gegen sie vorlägen. Im Dezember habe sich das Gericht in London für zuständig erklärt. In Deutschland hingegen sei ist die Sache mittlerweile beim Bundesgerichtshof angelangt. "Der wird entscheiden, ob wir eine Chance haben, damit vor deutsche Gerichte zu kommen. Die sehen Patronatserklärungen nämlich deutlich strikter als englische Gerichte", sagte Flöther.

Wenn seine mit der Insolvenzverwaltung betraute Kanzlei das Verfahren verliere, würde Airberlin ein sogenanntes massunzulängliches Verfahren bleiben, so der Jurist. Dann könnten vor allem die Kündigungsfristlöhne der gekündigten Mitarbeiter nicht gezahlt werden und die normalen Insolvenzgläubiger würden in diesem Szenario gar nichts bekommen. Werde der Prozess dagegen gewonnen, dann stünden "Milliarden-Ansprüche im Raum“, so Flöther. Dies könnte "theoretisch zu einer Vollbefriedigung aller Gläubiger von Airberlin führen".