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28. Januar 2020 | 07:00 Uhr
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Wie die Luftfahrt auf den Abschuss im Iran reagiert hat

Routenänderungen zwingen nach dem Abschuss der ukrainischen Passagiermaschine bei Teheran einige Airlines zu Zwischenlandungen, da das Kerosin nicht reicht. Der europäische Dachverband der Piloten ECA fordert unterdessen schnelle, pragmatische Lösungen für den Luftverkehr in Krisengebieten.

Flugzeug im Gewitter

Seit dem Abschuss einer Boeing 737 von Ukraine International über dem Iran umfliegen viele Fluggesellschaften den iranischen Luftraum des Landes. Auf einigen Routen werden dadurch zusätzliche Tankstopps erforderlich. So müsse etwa Tuifly Flüge von Berlin und Frankfurt nach Dubai im ägyptischen Kairo zwischenlanden lassen, weil die genutzte Boeing 737-800 die Strecke mit einem Umweg um den iranischen Luftraum herum nicht schaffe, meldet das Portal "Aerotelegraph". 

Ebenso ergeht es Emirates auf Flügen von Dubai in den Westen der USA oder der lettischen Air Baltic auf dem Weg von Abu Dhabi ins heimische Riga. Die Airlines der Lufthansa-Gruppe nach Indien, Thailand oder Singapur umfliegen den iranischen Luftraum ebenfalls. Sie kommen dabei aber laut "Aerotelegraph" ohne Zwischenstopp aus. Die niederländische KLM habe hingegen beschlossen, ihre Flüge wieder über den Iran zu führen.

"Two out – All out"

Die fehlende Einheitlichkeit der Regelungen innerhalb der Luftfahrtindustrie ist der europäischen Pilotenvereinigung ECA ein Dorn im Auge. Sie schlägt deshalb vor, die Regel "Two out – All out" einzuführen. Das würde bedeuten, dass automatisch alle Airlines darauf verzichten, ein gebiet zu überfliegen, sobald sich mindestens zwei Airlines dazu entscheiden hätten. Dies sollte dann so lange gelten, bis die Sicherheitslage geklärt ist.

ECA-Generalsekretär Philip von Schöppenthau hält diese Lösung zwar keineswegs für ideal. Doch das internationale Versagen darin, Flüge über Krisengebiete zu verhindern, koste nach wie vor Menschenleben. Einzelne EU-Mitgliedsstaaten teilten ihre Geheimdienstinfos über Konfliktzonen nur ungenügend mit und böten daher nicht ausreichend Sicherheit für die Zivilluftfahrt, so von Schöppenthau. Damit Flugzeuge nicht weiterhin einem unnötig hohen Risiko ausgesetzt würden, seien einfache, pragmatische Lösungen gefragt.

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