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4. März 2024 | 18:09 Uhr
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Mailen

Betrugsfälle in der Touristik nehmen zu

Zahlungsdienstleister Paypal und Dr. Fried & Partner halten in der aktuellen Studie "Travel Compass 2024" fest, dass die Umsätze im Touristikjahr 2022/23 wieder das Vor-Corona-Niveau übertreffen. Dabei sei erkennbar, dass der Reise-Boom dafür sorge, dass Betrugsfälle in der Reisebranche zunehmen und sich Betrüger von online in Richtung stationäres Reisebüro orientieren.

Smartphone Kreditkarte

Die hohen Umsätze in der Touristik machen die Branche attraktiv für Betrüger

Das Umsatzvolumen zum Buchungsstand Ende Januar 2024 habe im Vergleich zum Vorjahr um 27 Prozent zugelegt. Von dieser positiven Entwicklung der Branche versuchten allerdings auch Betrüger zu profitieren, heißt es im Travel Compass 2024. "Ein großes Volumen mit vielen einzelnen Bestellprozessen, die häufig über Mail abgewickelt werden, macht die Reisebranche zu einem lukrativen Betätigungsfeld für Betrüger", erläutert Markus Heller, Managing Partner von Dr. Fried & Partner.

Auch wenn präzise Schadensummen nur schwer zu ermitteln seien, gewinne Betrug in der Reisebranche aktuell deutlich an Bedeutung. "Diese wächst mit der Unternehmensgröße", sagt Heller. "Während bei kleineren Unternehmen mit weniger als einer Million Umsatz knapp die Hälfte der Befragten (45 Prozent) die Relevanz bestätigen, sind es 87 Prozent bei Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mehr als 25 Millionen Euro."

Die häufigsten Betrugsarten im Zahlungsbereich 

Der Travel Compass 2024 zeigt zudem, dass Betrugsmaschen und -muster vielfältiger werden. Sie reichen von Zahlungsmittel-Betrug über gefälschte Identitäten und betrügerische Konto-Übernahmen bis hin zu komplexen Betrugsmaschen. Dazu gehören technologisch hochmoderne Methoden sowie die Manipulation von Betrugspräventionssystemen.

Fluggesellschaften erleben zusätzlich Betrug im Rahmen ihrer Loyality-Programme, bei dem mit gestohlenen Bonuspunkten oder inaktiven Benutzern gearbeitet wird. Auch die während der Corona-Pandemie zahlreich ausgestellten Gutscheine hätten durch unrechtmäßigen Einsatz im Internet zu Betrug geführt. Digitale Währungen, wie Bonuspunkte oder monetäre Guthaben, übten ebenfalls einen großen Anreiz für Betrüger aus, so die Macher der Umfrage.

Betrug mit SEPA-Lastschrift auf dem Vormarsch

Kreditkartenbetrug, etwa mit gestohlenen Karten oder Daten, sei noch immer die am häufigsten vorkommende Zahlungsbetrugsart in der Reisebranche. Dies sei jedoch rückläufig, da die mit der PSD2-Richtlinie eingeführte Zwei-Faktor-Authentifizierung Wirkung im Onlinehandel zeige, im Reisebüro jedoch immer wieder die Authentifizierung umgangen werde. Zunehmend mehr Betrugsfälle gibt es bei SEPA-Lastschriften, da hier die Zwei-Faktor-Authentifizierung noch nicht verfügbar ist.

Reisebüros als Ziel von Betrügern

Die Macher des Travel Compass 2024 stellen eine Verschiebung der Betrugsaktivitäten von online in Richtung stationäres Reisebüro fest. "Während die Kreditkarte vor allem im Onlinehandel durch die Zwei-Faktor-Autorisierung deutlich sicherer geworden ist, fehlen Überprüfungen am Point of Sale", so Paypal und Dr. Fried & Partner. Für SEPA-Lastschriften sei sie noch gar nicht verfügbar. Besonders anfällig seien telefonische Buchungen im Reisebüro oder Call-Center. Betrüger kennen sich extrem gut mit den Buchungssystemen aus und nutzen deren Schwachstellen.

Ein weiterer Schlüsselfaktor in der Betrugsprävention ist der Schulungsbedarf auf Seiten der Mitarbeitenden, um falsche Buchungen ohne Authentifizierung zu vermeiden. Dabei ist es etwa gerade für Mitarbeitende im Verkauf – beispielsweise im Call-Center – schwierig, Betrugsfälle zu erkennen.

Betrugsmuster schwer zu erkennen

Die zahlreichen Methoden, die Betrüger nutzen, um ihre Identität zu verschleiern, falsche Identitäten zu erstellen oder Systeme zur Betrugsprävention zu umgehen, erfordere von Unternehmen immer komplexere Sicherheitsvorkehrungen. Besonders herausfordernd sei es, neue Betrugsmuster überhaupt zu erkennen. "Ein zuverlässiger Payment-Partner kann helfen, Betrugsversuche zu erkennen", wird Jörg Kablitz, Managing Director Paypal Deutschland, Österreich und Schweiz, zitiert. Es gelte branchenübergreifend Daten zu untersuchen und auszuwerten.

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