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26. Mai 2026 | 20:18 Uhr
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Kreuzfahrt-Initiative warnt nach Cashback-Urteil vor Folgen

Das Urteil des Oberlandesgerichts Düsseldorf zu Cashbacks beschäftigt auch die Vertriebsallianz Kreuzfahrt-Initiative (KI). Die Spezialisten stellen sich nach dem Urteil im Cashback-Verfahren hinter Aida und sehen dennoch mögliche negative Effekte im Markt. Auch wenn man mit der Entscheidung gerechnet habe, sei es richtig gewesen, den Prozess zu führen.

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Aus Sicht der Kreuzfahrt-Initiative ging es bei dem Rechtsstreit über Rückvergütung zwischen Aida und dem Sparkassen-Dienstleister S-Markt & Mehrwert (Counter vor9 berichtete) nicht nur um einen Einzelfall, so der Kommentar der Initiative. Im Kern stehe vielmehr die Frage, wie Qualität, Beratung und Spezialisierung im Reisevertrieb künftig wirtschaftlich bestehen und angemessen vergütet werden können. Die Vertriebsallianz aus Kreuzfahrtspezialisten bewertet den Vorstoß von Aida ausdrücklich als notwendigen Versuch, eine Grenze zu ziehen. Wenn ein Finanzinstitut emotionale Reisethemen über Rabattmechanismen nutze, um Kunden zu gewinnen, könne das langfristig weder für die Branche noch für die Kunden der richtige Weg sein.

Deshalb sei es richtig gewesen, mit dem Verfahren ein Signal in den Markt und in die Industrie zu senden. Die Aussage dahinter sei, dass der Vertrieb touristischer Produkte nicht allein über Preis- und Rückvergütungsmechanismen definiert werden solle.

Sorge vor stärkerer Marktkonzentration

Welche Folgen das Urteil tatsächlich haben werde, lasse sich nach Einschätzung der Kreuzfahrt-Initiative erst in den kommenden Monaten und Jahren beurteilen. Die Sorge ist jedoch klar formuliert. Die Initiative befürchtet, dass sich die Reisebranche langfristig stärker in Richtung weniger großer, marktbestimmender Teilnehmer entwickeln könnte. Es könne ein "Oligopol entstehen, wie es aus dem deutschen Lebensmitteleinzelhandel oder bei Tankstellennetzwerken" bekannt sei.

Eine solche Marktstruktur führe aus Sicht der Initiative gerade nicht zu besserer Qualität und niedrigeren Preisen. Als Vergleich verweist sie darauf, dass Lebensmittel im Ausland häufig besserer Qualität seien und Benzin dort günstiger. Bestimmte, touristische Player habe man dabei nicht im Visier beziehungsweise unter Verdacht, heißt es auf Anfrage von Counter vor9.

Spezialvertrieb setzt auf Qualität

Trotz dieser Entwicklung in Sachen Handelsvertreterstatus sieht sich die Kreuzfahrt-Initiative mit ihren Mitgliedern gut aufgestellt. Die Unternehmen verstehen sich als "auf den Kreuzfahrtvertrieb spezialisierte Qualitätsanbieter". Nach eigener Darstellung investieren die Mitglieder sowohl individuell als auch im Rahmen der Kreuzfahrt-Initiative weiter in die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter sowie in die Qualität ihrer Systeme und Produkte. An diesem Ansatz wolle man auch in Zukunft festhalten. Spezialisierung, Beratungskompetenz und Qualitätsstandards könnten die Antwort auf einen Markt sein, der aus ihrer Sicht durch das Cashbacks gewährende Urteil nicht unbedingt vielfältiger oder besser wird.

Sabine Schreiber-Berger

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