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29. Januar 2026 | 12:52 Uhr
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Volkshochschule rudert nach Ärger über Reisekurs zurück

Ein VHS-Kurs mit dem Titel "Reisebüro war gestern" hat in der Reisebranche für heftige Kritik gesorgt. Expis haben ihrem Ärger Luft gemacht, sowohl in sozialen Netzwerken als auch direkt beim Anbieter. Die Bochumer Volkshochschule fühlt sich missverstanden und entschuldigt sich. Man wisse den Wert der Reisebüros zu schätzen, teilt sie mit.

Shitstorm Symbol Foto iStock santje 09

Die VHS fühlt sich missverstanden vom Shitstorm

Der geplante VHS-Kurs "Reisebüro war gestern – heute buche ich selbst" hat eine unerwartet breite Reaktion ausgelöst. In sozialen Netzwerken, insbesondere in einer Facebook-Gruppe von Counter-Profis, entlud sich der Ärger vieler Reisebüromitarbeiter. Sie empfanden Titel und Beschreibung des Kurses als respektlos und als Abwertung ihrer Arbeit. In der Kursankündigung war davon die Rede, Reisen selbst zu buchen sei einfacher und günstiger als im Reisebüro; Reise vor9 hat darüber berichtet.

VHS Bochum betont Stellenwert der Reisebüros

Die Volkshochschule Bochum reagiert auf die Kritik mit einer schriftlichen Stellungnahme. Die Leitung des Bildungszentrums räumt ein, dass Titel und Inhalt der Ankündigung anders wahrgenommen worden seien als beabsichtigt. Viele hätten darin eine abwertende Darstellung von Reisebüros gesehen. "Das tut uns leid", heißt es weiter in einem Schreiben an Reise vor9.

Zugleich betont die VHS den Stellenwert der Reisebüros. Man wisse um den wichtigen Beitrag, den diese für Reisende und als Arbeitgeber leisteten, und schätze diesen ausdrücklich. Die eingegangenen Mails und Anmerkungen habe man geprüft und Konsequenzen gezogen.

Titel und Text geändert

In der Folge überarbeitetet die Volkshochschule sowohl den Titel als auch den Ankündigungstext des Kurses auf ihrer Website. Der kritisierte Bezug auf Reisebüros wurde entfernt. Ziel des Vortrags sei es, Bürgerinnen und Bürger zu befähigen, "mit den Möglichkeiten und Grenzen digitaler Angebote zur Reiseplanung und -buchung kompetent umgehen zu können", heißt es nun. Die Intention des Kurses solle daraus klarer hervorgehen. Es gehe nicht darum, Reisebüros herabzusetzen, sondern um Medien- und Digitalkompetenz bei der Reiseplanung.

Der Fall zeigt, wie sensibel die Branche auf öffentliche Aussagen reagiert, die den Eindruck erwecken, Reisebüros seien überholt. Was als Weiterbildung gedacht war, entwickelte sich binnen kurzer Zeit zu einem Shitstorm mit branchenweiter Resonanz.

Statement im Wortlaut

Konkret sieht die Reaktion der Volkshochschule so aus: "Sie haben uns eine Mail zu unserer unter dem Titel 'Reisebüro war gestern - heute buche ich selbst' geplanten Veranstaltung geschrieben.  Hierzu haben uns einige Mails erreicht, die den Titel beziehungsweise den Inhalt kritisierten. Viele haben unsere Ankündigung als abwertende Darstellung von Reisebüros wahrgenommen. Ich möchte gerne betonen, dass wir von dem wichtigen Beitrag, den diese für Reisende aber auch als Arbeitgeber leisten wissen und diesen schätzen. Dass unsere Ankündigung anders wahrgenommen wurde, tut mir leid.  

Ihre Kritik und Anmerkungen haben wir uns angesehen und in unserer Veröffentlichung im Internet sowohl den Titel als auch den Ankündigungstext überarbeitet, so dass die Intention des Vortrags klarer hervorgeht: BürgerInnen zu befähigen, mit den Möglichkeiten und Grenzen digitaler Angebote zur Reiseplanung und -buchung kompetent umgehen zu können. Den kritisierten Bezug auf Reisebüros haben wir selbstverständlich entfernt", schreibt die Leiterin der VHS Bochum, Helle Timmermann.

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Sabine Schreiber-Berger

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