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1. Juni 2026 | 15:23 Uhr
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Warum KI Pauschalreisen kaum findet

Ein Thesenpapier von Travel Commerce warnt vor einem neuen Sichtbarkeitsproblem im Vertrieb: KI-Systeme fänden Flüge, Hotels und globale Plattformen, aber kaum Pauschalreisen, so die Digitalexperten. Veranstalter und Reisebüros müssten Angebote KI-lesbar machen.

Künstliche Intelligenz

KI findet zuverlässig Flüge und Hotels, aber nur selten Pauschalreisen

Travel Commerce sieht Pauschalreisen in der KI-Suche im Nachteil. ChatGPT, Gemini, Claude und Grok fänden zuverlässig Flüge, Hotels und globale Plattformen wie Booking.com oder Skyscanner. Angebote klassischer Veranstalter blieben dagegen häufig unsichtbar. Für Veranstalter und Reisebüros sei das mehr als ein technisches Detail. Es entstehe ein neues Sichtbarkeitsproblem im digitalen Vertrieb.

Das Thesenpapier verweist auf einen Test im Mai 2026. Die Digitalexperten stellten vier sogenannten Large Language Models eine offene Reiseanfrage: eine Woche Burgas im August ab Hannover für zwei Erwachsene. Zusätzlich wiesen sie im Chatverlauf darauf hin, dass sie gern eine Pauschalreise buchen wollten. Hannover wurde bewusst gewählt, weil die Relation laut Vorlage nur im Charterflug über Tuifly bedient wird.

KI landet bei Flug und Hotel

Die Ergebnisse fielen nach Angaben der Autoren ernüchternd aus. So habe Gemini valide Flugangebote und Hotelempfehlungen mit Links zu Google Travel geliefert, aber keine Pauschalreisen. Erst auf Nachfrage seien unverbindliche Beispielangebote ohne Quellen und Buchungslinks erschienen. Auf die Frage nach dem Grund habe Gemini geantwortet: "Meine technischen Werkzeuge sind auf die Suche nach separaten Flügen und separaten Hotelübernachtungen beschränkt."

Auch ChatGPT habe zunächst Flüge über Skyscanner und Hotels über Booking.com gefunden. Erst auf Nachfrage seien Pauschalreisen erschienen, und zwar ausschließlich über Check 24. Weitere Antworten hätten wieder auf Bausteinbuchungen über Skyscanner und Booking.com verwiesen. Direkte Buchungslinks habe es nicht gegeben.

Grok erkannte laut Travel Commerce schon früher den Unterschied zwischen Individual- und Pauschalreise und verglich Gesamtpreise beider Varianten. Die Veranstalterpreise kamen über Check 24. Auch hier sei keine direkte Buchung möglich gewesen. Die KI Claude sei bei Preisen und konkreten Hotelempfehlungen unscharf geblieben, habe aber als einziges System auf mögliche Vorteile von Pauschalreisen verwiesen und unter anderem TUI, Check 24, ITS, Rewe Reisen und Nix-Wie-Weg genannt.

Check 24 ist in KI am ehesten sichtbar

Eine der zentralen Thesen lautet: Keine KI denke Pauschalreise-Angebote gleichberechtigt mit. Die Systeme folgten der globalen Logik des Reisegeschäfts und suchten über ihre bevorzugten Verbindungen nach Flügen und Hotels. Der Wert und die Verfügbarkeit von Veranstalterangeboten seien den Systemen im Frühjahr 2026 weitgehend unbekannt.

Wenn Pauschalreisen auftauchen, dann vor allem über Check 24. Travel Commerce sieht darin ein Signal an den Markt. Der Anbieter verfüge zumindest in ChatGPT über einen Connector, der Pauschalreise-Angebote in die KI bringe. Auch andere Systeme erinnerten sich bevorzugt an Check 24. Viele Angebote anderer Veranstalter und Mittler blieben dagegen unsichtbar.

JavaScript reicht der KI nicht

Travel Commerce sieht die Ursache vor allem in der technischen Struktur vieler Reise-Websites. Buchungsanfragen über IBE oder dynamische Angebotslisten der Anbieter könne die KI derzeit nicht zuverlässig verarbeiten. Vieles laufe dynamisch über Java Script. Für schnelle Webseiten und Personalisierung sei das geeignet. Für KI-Systeme sei es unbrauchbar.

Die Empfehlung der Experten lautet deshalb: Veranstalter und Reisebüros müssen ihre Angebote anders distribuieren. Genannt werden strukturierte Daten, APIs, also Schnittstellen, über die zwei Programme automatisch miteinander sprechen können, KI-Connectoren und sogenannte MCP-Server – technische Schnittstellen, über die eine KI kontrolliert auf externe Daten, Systeme oder Funktionen zugreifen kann.

Die Warnung des Papiers ist klar: Was KI nicht versteht und nicht zuverlässig findet, wird sie künftig auch nicht aktiv verkaufen.

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