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3. April 2019 | 07:00 Uhr
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Rotana-CEO hält OTA-Debatte der Hotellerie für überzogen

Die Debatte um das Für und Wider der Zusammenarbeit der Hotellerie mit OTAs sei müßig, findet Guy Hutchinson, Chef der Hotelkette Rotana mit Sitz in Abu Dhabi. Die Portale seien für die allermeisten Hotels und Hotelorganisationen unverzichtbar. Für eine Steigerung des Anteils der Buchungen über direkte Kanäle könne am ehesten ein faires Preismodell sorgen.

Hutchinson Guiy

Massive Expansionspläne. Rotana-Chef Guy Hutchinson

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Die OTA-Diskussion werde vor allem von den großen US-Hotelketten angefeuert, sagt der 51-jährige Chef der rasch wachsenden Hotelgesellschaft, die derzeit 66 Hotels und Resorts im Nahen Osten, Afrika, Osteuropa und in der Türkei betreibt. Der Mann muss es wissen. Schließlich war der in Venezuela geborene Brite vor seinem Wechsel zu Rotana im Jahr 2014 für den Hotelriesen Hilton Worldwide aktiv, bei dem er in Neu-Delhi als Vice President Operations India arbeitete. Zuvor war er als Regional General Manager China North für alle Marken im Portfolio der Hilton-Gruppe für Nord-China und die Mongolei verantwortlich.

Hutchinson kennt also die Strategien der US-amerikanischen Hotelgesellschaften, von denen er sagt, dass sie im Kern Vermarktungsorganisationen seien und schon deshalb dafür sorgen müssten, einen möglichst großen Teil der Buchungen für ihre Hotels über die eigenen Kanäle zu generieren. Für eine Marke wie Rotana, die mittlerweile in zwölf Ländern Hotels betreibe und über eine sehr heterogene, internationale Gästestruktur verfüge, stehe das hingegen nicht ganz oben auf der Prioritätenliste.

Erfolg mit Veranstaltern

Natürlich wünscht sich auch Hutchinson möglichst viele Direktbuchungen. Aber er weiß auch, dass Rotana den Erfolg etwa im deutschen Markt vor allem der intensiven Zusammenarbeit mit Reiseveranstaltern verdankt. "Die Hotels Saadiyat Rotana Resort & Villas, Khalidiya Palace Rayhaan by Rotana und Beach Rotana in Abu Dhabi sowie The Cove Rotana Resort in Ras Al Khaimah empfingen im vergangenen Jahr mehr als 30 Prozent ihrer Gäste aus Deutschland", erzählt er im Gespräch mit Reise vor9. Das sei vor allem das Ergebnis erfolgreicher Kooperationen.

Eine Steigerung der Direktbuchungen lasse sich vor allem erreichen, wenn Kunden sicher sein könnten, dass sie auf der Buchungsseite der Hotelkette den günstigsten Preis erhielten, unterstreicht der Rotana-CEO. Zu diesem Zweck habe die Hotelgesellschaft unter anderem ein flexibles Pricing für Firmenkunden eingeführt. Durch die Abkehr von starren ausgehandelten Raten könnten diese nun sicherstellen, dass ihnen auch besonders günstige Tarife nicht entgehen.

Massive Expansionspläne

Jahr für Jahr mehr Gäste zu erreichen, egal über welche Kanäle, ist für Hutchinson übrigens nicht nur Wunsch, sondern auch Notwendigkeit. Denn die Expansionspläne der Hotelgruppe sind beachtlich. In 17 Ländern befinden sich 46 Häuser mit 11.856 Zimmern derzeit in der Entwicklung. In den Jahren 2019 und 2020 soll die Anzahl der Zimmer auf insgesamt 29.656 erhöht werden. Zu den Eröffnungen im zweiten Quartal 2019 gehören das Johari Rotana in Dar Es Salaam in Tansania, das Bosmal Arjaan in Sarajevo in Bosnien und Herzegowina, das Centro Corniche in Al Khobar in Saudi-Arabien und das Dana Rayhaan in Dammam, ebenfalls in Saudi-Arabien. Das Imam Reza Rotana in Mashhad im Iran soll im dritten Quartal eröffnen. Für das vierte Quartal sind das Al Jaddaf Rotana in Dubai und das Slemani Rotana in Sulaymaniyah im Irak vorgesehen. In zweiten Quartal 2020 sollen dann das Centro Amman in Jordanien sowie die beiden Dubai-Häuser Cayan Cantara Arjaan und Cayan Cantara Residences das Rotana-Portfolio ergänzen.

Christian Schmicke

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