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12. November 2019 | 11:04 Uhr
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Deutsche Cook-Veranstalter sagen alle Reisen ab

Nun herrscht endlich Klarheit: Auch die Reisen mit Abreisedatum ab 1. Januar werden nicht durchgeführt. Nach wie vor gebe es "kein belastbares Angebot für die Fortführung von Thomas Cook als Ganzes oder für das Veranstaltergeschäft der Thomas Cook Touristik GmbH".

Thomas Cook Zentrale Oberursel

Thomas Cook, hier die Zentrale  in Oberursel, führt auch im nächsten Jahr keine Reisen mehr durch

Damit haben Vertriebspartner und Kunden, die eine Reise mit Veranstaltermarken Thomas Cook Signature, Thomas Cook Signature Finest Selection, Neckermann Reisen, Öger Tours, Bucher Reisen oder Air Marin gebucht haben, nun immerhin Planungssicherheit. Für die Bucher Reisen & Öger Tours GmbH lägen zwar konkrete Angebote vor, teilt Thomas Cook mit. Trotzdem kann die Durchführung der gebuchten Reisen nicht gewährleistet werden.

Viele Kunden hatten nach der Cook-Pleite bereits Reisen bei anderen Veranstaltern gebucht, die ihnen für den Fall, dass Thomas Cook ihre gebuchte Reise doch noch durchführen würde, kostenlose oder vergünstigte Stornobedingungen zugesichert hatten. Auch viele Hotelkapazitäten, die ursprünglich durch Thomas Cook belegt worden wären, hatten sich die Konkurrenten bereits gesichert.

Schadensvolumen steigt

Neben der Planungssicherheit für die Kundschaft bedeutet die Ansage, dass sämtliche Reisen abgesagt werden müssen, allerdings auch, dass die Kunden wohl noch weniger von ihren bereits geleisteten Anzahlungen zurückerhalten werden. Denn der Gesamtschaden erhöht sich dadurch deutlich. Die Summe, für die der Versicherer Zurich Insurance aufkommen muss, ist aber bei 110 Millionen Euro gedeckelt.

Cook-Chefin entschuldigt sich

Thomas-Cook-Deutschland-Chefin Stefanie Berk erklärte, es tue ihr "unendlich leid, dass wir nun auch unseren Kunden mit Abreise im neuen Jahr endgültig diese Nachricht überbringen müssen". Sie danke für die Geduld, die vor allem die Partner in den Reisebüros und Hotels in den letzten Wochen gehabt hätten und bitte sie und die Kundschaft "noch einmal von Herzen um Entschuldigung".

Losgelöst von den Vorbereitungen für die Betriebsstilllegung zum 1. Dezember versuchten die Geschäftsleitung und die vorläufigen Verwalter "unter Hochdruck noch bis zum Monatsende, jede sich bietende Chance für den Erhalt des Traditionsunternehmens zu nutzen".

Am Wochenende hatte Konkurrent DER Touristik den geplanten Kauf des Reisebüro-Franchisesystems Holiday Land und der Hotel-Franchisemarke Sentido angekündigt. Für Öger und Bucher gilt die türkische Anex-Gruppe als möglicher Anwärter.

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