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23. Juli 2026 | 12:26 Uhr
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Flugangebot in Deutschland stagniert im zweiten Halbjahr

Die Fluggesellschaften planen nach einer Analyse des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) von Juli bis Dezember 137,5 Millionen Sitzplätze auf Verbindungen von, nach und innerhalb Deutschlands. Das ist ein Prozent mehr als im Vorjahr und entspricht 93 Prozent des Angebots von 2019. Im übrigen Europa wächst die Kapazität um sechs Prozent.

Flugzeug beim Start

Das Flugangebot in Deutschland ändert sich in der Summe gegenüber dem Vorjahr kaum

Besonders deutlich zeigt sich das rückläufige Angebot bei den Punkt-zu-Punkt-Airlines. Ihr Sitzplatzangebot erreicht hierzulande 88 Prozent des Niveaus von 2019, während es im übrigen Europa bei 143 Prozent liegt. Auch ihr Marktanteil fällt in Deutschland mit 28 Prozent deutlich geringer aus als in den anderen europäischen Ländern mit 44 Prozent.

Die europäischen Netzwerk-Airlines kommen laut BDL auf 81 Prozent des Vorkrisenniveaus. Besser entwickeln sich die touristischen Airlines: Sie planen sieben Prozent mehr Kapazität als im Vorjahr und erreichen 142 Prozent des Angebots von 2019. Ihr Anteil am deutschen Markt liegt bei 18 Prozent.

Innerdeutsche Verbindungen schrumpfen weiter

Auf Inlandsstrecken sinkt das Sitzplatzangebot gegenüber dem Vorjahr erneut um fünf Prozent und erreicht nur noch 49 Prozent des früheren Umfangs. Besonders stark geht der Verkehr abseits der Drehkreuze Frankfurt und München zurück. Dort planen die Airlines elf Prozent weniger Sitze als 2025 und nur noch 18 Prozent der Kapazität von 2019.

Auf den europäischen Kurz- und Mittelstrecken wächst das Angebot um zwei Prozent und liegt damit knapp unter dem Vorkrisenniveau. Der Verkehr von und nach Südeuropa übertrifft 2019 bereits um 14 Prozent. Dagegen sinkt die Kapazität Richtung Westeuropa um fünf Prozent. Auf den Routen in den Mittleren Osten und nach Zentralasien geht das Angebot wegen des Krieges in der Region um acht Prozent zurück.

Große Flughäfen bleiben zurück

An den beiden großen Drehkreuzen stagniert die Entwicklung weitgehend. Frankfurt erreicht im zweiten Halbjahr 91 Prozent des Angebots von 2019, München kommt auf 89 Prozent. Auch Berlin, Düsseldorf und Hamburg wachsen kaum. Stuttgart verliert im Vorjahresvergleich neun Prozent und erreicht nur 68 Prozent des Vorkrisenniveaus.

Mehrere kleinere Flughäfen schneiden deutlich besser ab. Dortmund, Karlsruhe Baden-Baden, Memmingen, Niederrhein und Nürnberg liegen über dem Angebot von 2019. Der BDL führt dies darauf zurück, dass Punkt-zu-Punkt-Airlines an Standorten mit vergleichsweise niedrigen Kosten zusätzliche Kapazitäten für touristische Flüge sowie Reisen zu Freunden und Verwandten einsetzen.

Christian Schmicke

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