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26. Mai 2020 | 17:16 Uhr
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Fraport hält trotz Krise an Terminal 3 fest

Er sei überzeugt, dass nach einer Erholungsphase ein langfristiges Wachstum zu erwarten sei, sagte Vorstandschef Stefan Schulte bei der Aktionärsversammlung des Konzerns. Er kündigte zudem die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens mit Lufthansa zur Weiterentwicklung des Airports an.

Fraport Flughafen Frankfurt Terminal 3 Foto Fraport.jpg

Trotz Corona wird am Terminal 3 des Frankfurter Flughafens weitergebaut

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Ein neues Terminal baue man für die kommenden Jahrzehnte, nicht für die nächsten Jahre, erklärte der Fraport-Chef. Ein derartiges Großprojekt wegen der Corona-Krise vorübergehend "auf Eis" zu legen und später wieder hochzufahren, wäre aus technischer und wirtschaftlicher Sicht "grob fahrlässig“, so Schulte. Ein Baustopp würde enorme zusätzliche Kosten verursachen und erhebliche technische und bauliche Risiken nach sich ziehen. Von dem vier Milliarden Euro umfassenden Budget sind laut Schulte bereits rund eine Milliarde Euro abgeflossen. Er bezifferte die unvermeidbaren Gesamtkosten bei einem sofortigen Baustopp auf 2,5 Milliarden Euro für Gebäude und Einrichtungen, die anderweitig nicht nutzbar seien.

Im vergangenen Jahr hatte der größte deutsche Flughafen erstmals mehr als 70 Millionen Passagiere gezählt. Mit dem dritten Terminal soll die Kapazität um weitere 21 Millionen Passagiere steigen. Laut Plan soll der erste Abschnitt im Herbst 2021 fertig sein, der Abschluss soll nun nach ersten Bauverzögerungen wegen der Corona-Pandemie im Laufe des Jahres 2024 erfolgen.

Keine Rückkehr zum alten Niveau bis 2023

Bis ins Jahr 2023 könnten die Passagierzahlen um 15 bis 20 Prozent unter dem Wert von 2019 liegen, räumte Schulte ein. Von diesem "neuen Normalniveau" ausgehend erwarte er dann wieder jährliche Steigerungen von zwei bis drei Prozent. Zusätzliche Abfertigungskapazität könne man dann gut gebrauchen. Schon in den vergangenen Jahren seien die beiden vorhandenen Terminals überlastet gewesen.

Der Flughafenkonzern will nach Aussage des Vorstandschefs weiterhin eng mit dem Hauptkunden Lufthansa zusammenarbeiten, der in Frankfurt sein größtes Drehkreuz hat. Dazu soll in den nächsten Wochen ein gegründet werden, das den Flughafen als Drehkreuz stärken sowie die Entwicklung der Infrastruktur und die Nutzung von Effizienzpotenzial vorantreiben soll. So solle der Flughafen auch für die Passagiere attraktiver werden erklärte Schulte. Der Flughafenbetreiber und sein größter Kunde hatten vor fast drei Jahren Gespräche über eine engere Partnerschaft aufgenommen, nachdem sie einen Streit über Flughafengebühren ad acta gelegt hatten.

Umweltaktivisten fordern Einschränkungen

Die Fraport-Hauptversammlung wurde von Protesten begleitet. Mit einer Mahnwache an der Frankfurter Paulskirche und einer Fahrrad-Demonstration setzten sich Bürgerinitiativen und das Bündnis "Fridays for Future" nach Informationen der Nachrichtenagentur "DPA" gegen den Ausbau des Flughafens ein. "So wie es war, darf es nicht wieder werden“, forderte Initiativen-Sprecher Thomas Scheffler laut einer Meldung. Die Gegner verlangen einen Baustopp für das dritte Terminal, den Rückbau der Nordwest-Landebahn, ein auf acht Stunden ausgeweitetes Nachtflugverbot sowie eine Deckelung der Flugbewegungen auf 380.000 pro Jahr.

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