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15. April 2021 | 12:31 Uhr
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Luftfahrt und DB wollen mehr Inlandsflieger in Züge bringen

Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) und die Deutsche Bahn wollen zusammen rund 4,3 Millionen Fluggäste auf Inlandsstrecken für den Umstieg auf den Zug gewinnen. Dazu sollen schnellere Zugverbindungen zwischen Metropolen und ein leichterer Umstieg zwischen Zug und Flug beitragen.

Bahn Flug Düsseldorf

Mehr innerdeutsche Flugpassagiere sollen auf die Bahn ausweichen

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Der Lobbyverband der Luftfahrt und die DB unterzeichneten am Donnerstag eine Erklärung, in der sie ankündigen, "mit einer Reihe von Maßnahmen die Schnittstellen zwischen den Verkehrsträgern und das Mobilitätsangebot so zu verbessern, dass sich mehr Reisende für die Schiene entscheiden". Das solle künftig insbesondere bei der Anreise zu Drehkreuzflughäfen besser funktionieren, heißt es.

Man sehe "das Potenzial, dass sich gut 20 Prozent der innerdeutsch mit dem Flugzeug Reisenden stattdessen für die Schiene entscheiden", so BDL und DB. Das wären rund 4,3 Millionen bisherige Fluggäste pro Jahr. Im Jahr 2019 hat die Luftverkehrsbranche laut BDL rund 23 Millionen Reisende verzeichnet, davon 8 Millionen im Zubringerverkehr und 15 Millionen auf reinen Inlandsreisen. "Im Ergebnis ließe sich der Anteil des innerdeutschen Luftverkehrs an den CO2-Emissionen in Deutschland um ein Sechstel reduzieren", schreiben die Verkehrsträger.

Unter anderem soll das Angebot "Lufthansa Express Rail" um weitere innerdeutsche Strecken wachsen. Dort, wo die Passagiere das Angebot annehmen und vermehrt auf die Schiene umsteigen, könne die Luftverkehrswirtschaft Flugfrequenzen reduzieren und auch Verbindungen einstellen, wie etwa auf der Verbindung Köln-Frankfurt oder zuletzt auf der Strecke Berlin-Nürnberg. Die schnellen Bahnverbindungen sollen vor allem Zubringerflüge zu großen Drehkreuzen sowie den Individualverkehr mit dem PKW zum Flughafen auf die Schiene verlagern.

Eine optimierte Wegeführung und Beschilderung solle Reisenden den Umstieg zwischen Flieger und Bahn einfacher machen, heißt es weiter. Dabei soll auch die Gepäckhandhabung einfacher werden. Der geplante Deutschlandtakt soll zudem kürzere Reisezeiten und bundesweit aufeinander abgestimmte Anschlusszüge ermöglichen. Zudem gehe es um "leistungsstark ausgebaute, attraktive Schienenverbindungen insbesondere zwischen den Metropolen und bessere Umsteigebeziehungen im Nahverkehr". So könne der Bedarf für Inlandsflüge auf immer mehr Strecken überflüssig gemacht werden.

Um Zubringerflüge zu ersetzen und um PKW-Fahrten zu den Flughäfen zu vermeiden, sei "die Anbindung der großen Drehkreuze an die Schiene ein zentraler Faktor", wissen die Akteure. Größter Problemfall ist dabei der Lufthansa-Hub München mit seiner fehlenden Anbindung an den DB-Fernverkehr. Hier prüfe der Freistaat Bayern in einer Machbarkeitsstudie "Optionen für eine weitergehende Anbindung des Flughafens München". Dagegen seien die Flughäfen Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Köln/Bonn und Leipzig/Halle bereits heute mit dem Nah- und Fernverkehrsnetz der Bahn verbunden. Sieben Flughäfen sind bislang nur mit dem Nahverkehr (Dresden, Friedrichshafen, Hamburg, Hannover, Lübeck, München und Stuttgart) verknüpft. Der Flughafen Stuttgart soll ab Dezember 2025 an den Fernverkehr angebunden sein.

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