Ryanair reagiert mit der Kapazitätskürzung nach eigenen Angaben gezielt auf den Teil seines Treibstoffbedarfs, der nicht durch sogenanntes Hedging gegen Preisschwankungen abgesichert ist. Für das laufende Geschäftsjahr sind nach Angaben der Airline rund 80 Prozent des Kerosins abgesichert.
Gerade im traditionell verlustreichen Winterflugplan von November bis März wolle der Konzern die Belastung durch nicht abgesicherte Treibstoffkosten begrenzen, heißt es. Die Zahl der Passagiere solle in diesem Zeitraum daher gegenüber dem Vorjahr ungefähr stagnieren.
Winterverluste sollen sinken
Mit der Kürzung des Jahresziels von 216 auf 214 Millionen Fluggäste rechnet Ryanair mit einer Verringerung der üblichen Winterverluste um 70 bis 100 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr erwartet die Airline weiterhin einen Gewinn, allerdings unter dem Rekordniveau des Vorjahres.
Im Sommergeschäft bleibt Ryanair unterdessen auf Wachstumskurs: Zwischen April und Oktober soll die Passagierzahl um mehr als fünf Prozent auf 145 Millionen steigen.
Warnung vor steigenden Preisen
Sollten die Ölpreise bis Sommer 2027 hoch bleiben, rechnet Ryanair mit deutlich steigenden Kurzstreckenpreisen in Europa. Weniger gut abgesicherte Wettbewerber könnten nach Einschätzung der Airline Schwierigkeiten bekommen, ihre Kapazitäten aufrechtzuerhalten oder den kommenden Winter wirtschaftlich zu überstehen.
Im August beförderte Ryanair 22,2 Millionen Passagiere, sechs Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Die Airline führte rund 120.500 Flüge durch. Mehr als 400 Verbindungen mussten wegen der Ausbrüche des Ätna auf Sizilien gestrichen werden.
Christian Schmicke
