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8. Dezember 2022 | 07:00 Uhr
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Staaten halten Airline-Gelder in Milliardenhöhe zurück

Nach Angaben der Luftfahrtorganisation Iata blockieren die Regierungen mehrerer Länder die Rückführung von Geldern, die die Airlines dort aus Ticket-Verkäufen generiert haben. Die Summe sei in den vergangenen sechs Monaten deutlich gestiegen und werde von den Ländern genutzt um leere Staatskassen zu füllen. Insgesamt gehe es um fast sechs Milliarden Euro.

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Nicht für jedes verkaufte Flugticket haben die Airlines tatsächlich Geld gesehen

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Fluggesellschaften wird ja gerne mal vorgeworfen, bei der Rückzahlung von Kundengeldern für abgesagte Flüge oder bei Entschädigungsforderungen auf stur zu schalten, um den Prozess möglichst in die Länge zu ziehen oder die Kundschaft zu zermürben. Dabei sind viele Fluggesellschaften selbst Opfer zurückgehaltener Auszahlungen, wie eine neue Erhebung des Airline-Verbandes Iata zeigt.

Die Iata erklärte, dass die Summe von den Regierungen blockierter Rückführungsgelder der Fluggesellschaften in den letzten sechs Monaten um rund 394 Millionen Euro gewachsen sei. Der Gesamtbetrag der blockierten Gelder belaufe sich nun auf rund 5,8 Milliarden Euro; allein auf Venezuela entfielen davon 3,8 Milliarden. Iata fordert die Regierungen auf, "alle Hindernisse zu beseitigen, die die Fluggesellschaften daran hindern, ihre Einnahmen aus dem Ticketverkauf und anderen Aktivitäten zu repatriieren, und zwar in Übereinstimmung mit internationalen Vereinbarungen und vertraglichen Verpflichtungen". In der Praxis behindern die besagten Länder offenbar über Devisenkontrollen den Umtausch ihrer Landeswährungen in US-Dollar.

"Die Fluggesellschaften an der Rückführung von Geldern zu hindern, mag als einfacher Weg erscheinen, die leeren Staatskassen zu füllen, aber letztlich wird die lokale Wirtschaft einen hohen Preis dafür zahlen. Kein Unternehmen kann seine Dienstleistungen aufrechterhalten, wenn es nicht bezahlt wird, und das ist bei Fluggesellschaften nicht anders", warnt Iata-Generaldirektor Willie Walsh.

27 Länder halten Geld zurück

In 27 Ländern und Territorien werden Gelder von Fluggesellschaften laut Iata für die Rückführung blockiert. In Nigeria seien es 550 Millionen Euro, in Pakistan 225 Millionen, in Bangladesch 208 Millionen, im Libanon 144 Millionen, in Algerien 140 Millionen.

In Nigeria etwa seien Probleme mit der Rückführung erstmals im März 2020 aufgetreten, als die Nachfrage nach Devisen im Land das Angebot überstiegen habe und die Banken des Landes nicht in der Lage gewesen seien, Devisenrückführungen durchzuführen. Trotz dieser Probleme hätten sich die nigerianischen Behörden mit den Fluggesellschaften in Verbindung gesetzt und bemühten sich um Maßnahmen zur Freigabe der verfügbaren Mittel. Zuletzt seien 120 Millionen Euro für die Rückführung bis zum Jahresende freigegeben worden.

Größter Problemfall bleibt Venezuela

Allein Venezuela soll laut Iata 3,8 Milliarden Dollar an Geldern von Fluggesellschaften zu begleichen haben. In dem Land war seit Anfang 2016 die Rückführung von Airline-Geldern nicht mehr genehmigt worden. Die Verbindungen nach Venezuela sind seitdem auf eine Handvoll Fluggesellschaften geschrumpft, die Tickets hauptsächlich außerhalb des Landes verkaufen. Da das Land nun versucht, den Tourismus als Teil seines Covid-19-Plans zur wirtschaftlichen Erholung zu stärken, wittern die betroffenen Fluggesellschaften für die insgesamt 3,8 Milliarden Euro an ausstehenden Rückzahlungen Morgenluft. Denn ohne entsprechende Flugverbindungen wird der Plan kaum umzusetzen sein.

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