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10. Juni 2026 | 14:54 Uhr
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Staus bei der Einreise könnten Europas Tourismus belasten

Das neue europäische Ein- und Ausreisesystem EES könnte wegen langer Wartezeiten an den Grenzen viele Reisende abschrecken. Laut einer Studie des Welttourismusverbandes WTTC wären bei regelmäßigen Verzögerungen von drei bis vier Stunden bis zu 41 Millionen Ankünfte aus vier wichtigen Quellmärkten gefährdet. Er fordert mehr digitale Vorabregistrierung und bessere Information.

Einreise

Ein Hauptproblem des elektronischen Einreisesystems der EU sind offenbar fehlende Kenntnisse der Reisenden

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Das World Travel and Tourism Council warnt vor erheblichen Folgen, wenn die Einführung des europäischen Ein- und Ausreisesystems EES zu dauerhaften Staus an den Grenzen führt. Grundlage ist eine Befragung unter rund 2.500 Reisenden aus Großbritannien, den USA, Kanada und Australien.

Demnach würde rund ein Drittel der Befragten deutlich seltener in den Schengen-Raum reisen oder ganz darauf verzichten, wenn sie regelmäßig drei bis vier Stunden an der Grenze warten müssten. Auf Basis der Besucherprognosen für 2026 leitet das WTTC daraus ein Risiko von bis zu 41 Millionen Ankünften und 45,4 Milliarden Dollar an Ausgaben ab.

Reisende unterstützen moderne Grenzen

Die Studie zeigt zugleich, dass viele Reisende das System nicht grundsätzlich ablehnen. Nach einer Erklärung zum EES unterstützen 65 Prozent der Befragten das Vorhaben. Nur sechs Prozent stehen biometrischen Grenzkontrollen sehr negativ gegenüber.

Als Vorteile nennen die Befragten vor allem mehr Sicherheit an den Grenzen, schnellere Abfertigung bei künftigen Reisen und mehr Vertrauen in die Kontrollen. 87 Prozent wären bereit, gewisse Störungen hinzunehmen, wenn das Reisen später reibungsloser läuft.

WTTC-Chefin Gloria Guevara bezeichnet die Einführung des EES als wichtigen Schritt zur Modernisierung der europäischen Grenzen und zur Stärkung der Sicherheit. Die Frage sei nicht, ob das System kommen solle, sondern wie Regierungen, Grenzbehörden und die Reisebranche die Umsetzung möglichst reibungslos organisieren.

Informationsstand bleibt niedrig

Ein Problem ist laut der Studie die geringe Bekanntheit des Systems. 55 Prozent der Befragten haben wenig oder nichts vom EES gehört. 49 Prozent wissen nicht, welche Anforderungen bei Ein- und Ausreise in den Schengen-Raum auf sie zukommen.

Der Verband fordert daher drei Maßnahmen. Die Mitgliedstaaten sollten die Einführung der Travel-to-Europe-App für die digitale Vorabregistrierung beschleunigen. Zudem bedürfe es einer abgestimmten Informationskampagne in wichtigen Quellmärkten, besonders in Großbritannien, den USA, Australien und Kanada. Zudem sollten Airlines, Flughäfen, Reisebüros, Veranstalter und Destinationen klare Schritt-für-Schritt-Hinweise erhalten, damit Reisende wissen, was vor der Reise nötig ist. Außerdem müssten alle Grenzübergänge einsatzbereit sein.

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