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28. August 2026 | 13:12 Uhr
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Studie zeigt Stärken und Schwächen der Pauschalreise

Pauschal- und Bausteinreisen sind die wichtigste Organisationsform für längere Urlaubsreisen der Deutschen. Eine NIT-Studie zeigt zugleich, wo sie punkten und wo Individualreisen als stärker wahrgenommen werden. Dertour-Group-Chef Christoph Debus will den Schutz der Pauschalreise unterdessen sichtbarer machen und fordert, den Deutschen Reisesicherungsfonds zu einem Gütesiegel weiterzuentwickeln.

Pauschalreise Urlaub symbol Foto iStock FTiare

Pauschalreisen gelten den meisten Bundesbürgern als sicher, aber nicht besonders aufregend

2025 wurden 49 Prozent aller Urlaubsreisen ab fünf Tagen als Pauschal- oder Bausteinreise gebucht. Damit liegen organisierte Reisen seit 2023 vor individuell gebuchten Reisen. Die Untersuchung des Instituts für Tourismus- und Bäderforschung in Nordeuropa (NIT) zeigt allerdings, dass die Wahl der Organisationsform stark vom Reiseziel abhängt. Mittelmeer- und Fernreisen werden überwiegend pauschal oder in Bausteinen gebucht, Deutschlandreisen und viele andere Europareisen häufiger individuell.

Auch langfristig sieht das Institut weiteres Potenzial. Zuwächse bei Mittelmeer- und Fernreisen sowie eine stärkere Neigung jüngerer Reisender zu organisierten Reisen könnten den Anteil von Pauschal- und Bausteinreisen weiter steigen lassen.

Viele entscheiden je nach Reiseziel

Bei zwei ansonsten gleich attraktiven Reisen würden 26 Prozent eine Pauschalreise wegen der höheren Sicherheit und Betreuung bevorzugen. 39 Prozent favorisieren eine individuell gebuchte Reise wegen der größeren Flexibilität. Mit 31 Prozent fast ebenso groß ist jedoch die Gruppe, die je nach Reiseziel entscheidet. Genau dort sieht das NIT das größte Potenzial für zusätzliche Pauschalreisebuchungen.

Die Pauschalreise punktet vor allem bei Komfort und Absicherung. 64 Prozent sehen Vorteile beim geringen Aufwand für Planung und Buchung, 62 Prozent beim Ansprechpartner im Problemfall und ebenfalls 62 Prozent bei der Betreuung am Urlaubsort. Bei der Insolvenzabsicherung sehen 54 Prozent die Pauschalreise als stärker. Individuell gebuchte Reisen liegen dagegen bei Angebotsvielfalt und Flexibilität vorne.

Schutz der Pauschalreise ist vielen nicht vollständig bekannt

Gleichzeitig zeigt die Studie Wissenslücken beim rechtlichen Schutz. Nur 23 Prozent der Befragten bewerten ihre Kenntnisse über die gesetzlichen Besonderheiten einer Pauschalreise als gut, 42 Prozent als eher schlecht oder gar nicht vorhanden. Vor allem bei Krisenhilfe und Insolvenzschutz bestehen Informationsdefizite.

An diesem Punkt setzt Dertour-Group-Chef Christoph Debus an. Er fordert in einem Beitrag für das Portal des Mutterunternehmens Rewe, den Deutschen Reisesicherungsfonds (DRSF) stärker als Gütesiegel für die Pauschalreise zu positionieren. Der DRSF sichert seit November 2021 Reisende im Insolvenzfall ab. Debus sieht ihn darüber hinaus als sichtbares Zeichen für das gesamte Schutz- und Leistungssystem der Pauschalreise.

Als Vorbild nennt er das britische "Atol-Protected"-Siegel. Ein vergleichbares Kennzeichen könne auch in Deutschland verdeutlichen, dass Pauschalreisende neben der Insolvenzabsicherung gesetzliche Ansprüche, Ansprechpartner und Unterstützung etwa bei Flugausfällen, Hotelmängeln oder Krisen haben.

Debus fordert zugleich Reformen am Fonds

Der Dertour-Chef verbindet seinen Vorschlag indes mit Forderungen an die Struktur des DRSF. Er kritisiert insbesondere die ursprüngliche Entgeltberechnung, durch die bereits abgesicherte Umsätze erneut berücksichtigt worden seien. Dagegen hatten unter anderem TUI und Dertour geklagt.

Debus fordert deshalb niedrigere Anforderungen an Sicherheiten, eine effizientere Mittelverwendung und ausgewogenere wirtschaftliche Rahmenbedingungen. Die bereits erfolgte Senkung der Entgelte bezeichnet er als richtigen Schritt. Sein Ziel sei ein System, das den Verbraucherschutz stärkt und für Veranstalter zugleich transparent und wirtschaftlich verlässlich ausgestaltet ist, schreibt er.

Christian Schmicke

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