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3. März 2020 | 15:50 Uhr
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Tourismusindustrie ruft nach staatlicher Unterstützung

Der Hotelverband Dehoga hatte zum Wochenstart den Anfang gemacht, nun fordern auch der Tourismus-Dachverband BTW und der Reisebüroverband VUSR angesichts der wirtschaftlichen Auswirkungen der Ausbreitung des Coronavirus Hilfe von der Politik.

Dehoga-Präsident Guido Zöllick hatte erklärt, die Bundesregierung solle der Hotellerie mit Steuerentlastungen, Liquiditätshilfen und Fördermaßnahmen, "die schnell und unbürokratisch wirken", unter die Arme greifen. "Weil Messen und Großveranstaltungen abgesagt werden und internationale Gäste ausbleiben, berichten immer mehr Betriebe von Stornierungen", sagte der Lobbyvertreter.

Ähnlich argumentiert BTW-Chef Michael Frenzel. "Die Coronavirus-Krise ist für viele Leistungsträger der Tourismuswirtschaft - von Airlines über Hotels und Gaststätten bis hin zu Reisebusunternehmen und Veranstaltern - schon jetzt mit teils massiven wirtschaftlichen Einbußen verbunden und ein Ende der Krise ist bei Weitem nicht abzusehen", erklärte er. "Um die Branche und ihre drei Millionen Mitarbeiter und mehreren Hunderttausend meist mittelständischen Unternehmen zu stützen, muss die Tourismuswirtschaft deshalb zwingend Teil eines Konjunkturprogramms der Bundesregierung sein." "Unmittelbar notwendig" sei es zudem, die Kriterien für Liquiditätshilfen betroffener Betriebe deutlich zu vereinfachen. Der BTW stehe zu diesen Fragen in "intensiven Gesprächen mit dem Bundeswirtschaftsministerium", so Frenzel.

VUSR forderrt "Runden Tisch"

Die VUSR-Vorsitzende Marija Linnhoff forderte im Namen ihres Verbandes einen "Runden Tisch mit Vertretern der Verbände, Kooperationen, Veranstalter und der Politik". Erforderlich sei "ein einheitliches und vor allem zielführendes Krisenmanagement, bei dem beispielsweise festgelegt wird, was von politischer Seite für Reisebüros getan werden kann, denen nach der Thomas-Cook-Pleite des Vorjahres nun neues Ungemach droht", erklärte sie. Die Politik sei "definitiv gefordert, Gelder zur Verfügung zu stellen", damit "das hervorragende Krisenmanagement nicht kostenlos von den Reiseverkäufern durchgeführt werden" müsse.

Seitens der Reisebüros steht neben Forderungen an die Politik auch eine brancheninterne Klärung der Verteilung von Risiken im Hinblick auf die Sommersaison an. Mehrere Veranstalter hatten für Neubuchungen die Regeln für Stornos und Umbuchungen gelockert, um Kunden angesichts der jüngsten Unwägbarkeiten überhaupt zu Reisebuchungen zu bewegen. Das war von Vertretern des Vertriebs überwiegend begrüßt worden. Allerdings stellt sich, ähnlich wie in früheren Fällen, die Frage, was im Fall von Stornierungen mit der Reisebüroprovision passiert. Vertreter des Vertriebs stehen auf dem Standpunkt, diese müsse ausgezahlt werden, weil die Reisebüros ihre Arbeit mit der Buchung geleistet hätten. Veranstalter argumentieren hingegen, dass sie und die Reisebüros das Risiko in solchen Fällen gemeinsam schultern müssten.

Christian Schmicke

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