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30. März 2020 | 13:35 Uhr
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Veranstalter machen gegen Airline-Gutscheine mobil

Wenn die Fluggesellschaften weiterhin versuchten, für abgesagte Flüge Gutscheine anstelle von Erstattungen auszuteilen, befürchten mittelständische Veranstalter eine Insolvenzwelle. Erste Forderungen nach einer Sammelklage machen die Runde.

Refund

Reiseveranstalter wollen von den Airlines ihr Geld zurück

Allen Solidaritätsaufrufen und -bekundungen zum Trotz gilt in der Touristik im Zuge der Corona-Krise weiterhin die Devise "Jeder gegen Jeden". Ob Provisionen, Kundengelder oder Zahlungen an Leistungsträger – von wenigen Ausnahmen abgesehen versucht die Branche, jede Art von Auszahlungen zu vermeiden, um für die Zeit der Krise, von der niemand weiß, wie lange sie dauert, die eigene Liquidität zu sichern.

Das handhaben auch viele Airlines so. Dabei gilt de facto: Personengebundene oder auf andere Weise limitierte Gutscheine sind nach jetzigem Stand nicht gesetzeskonform. Darauf macht auch Studiosus-Chef Peter-Mario Kubsch aufmerksam, der gegenüber dem Fachportal "FVW" fordert, eine EU-weite staatliche oder von der Europäischen Zentralbank angeführte Garantielösung für den Rückzahlungsprozess einzurichten, der sich am "Bad-Bank-Fonds" aus der Finanzkrise 2009 orientiert. "Wir wollen keine touristische Neben- oder Zweitwährung von handelbaren oder inhabergebundenen Gutscheinen", stellt Kubsch klar. Jörg Ehrlich, Chef des Gruppenreiseveranstalters Diamir, schlägt sogar vor, Veranstalter sollten eine gemeinsame Muster- oder Sammelklage gegen Fluggesellschaften führen, die Gutscheine ausgeben. 

Die Fluggesellschaften selbst appellierten indes an die EU-Kommission, die Voucher als Ersatz für Refunds zu legalisieren. Das geht aus einem Schreiben des Lobbyverbandes Airlines 4 Europe hervor. Darin kritisieren die Carrier die klare Haltung der EU-Kommission, die auf einer Erstattung des Flugpreises bestehe. Insbesondere im Hinblick auf die Notwendigkeit "größerer Flexibilität" bei Refunds und Vouchern sei die Antwort der EU "unangemessen", meint der Airline-Verbund. 

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