Tägliche News für die Travel Industry

6. Februar 2024 | 20:32 Uhr
Teilen
Mailen

"Partnerschaften mit Hotels wären die perfekte Symbiose"

Die Welt ein bisschen entspannter zu machen, mit dieser Leitidee ist das Essener Unternehmen Wellnest im Jahr 2017 als Neugründung gestartet. Heute ist das Hospitality-Start-up auf dem Sprung, das inzwischen ausgereifte private Spa-Konzept im großen Stil zu skalieren. Auch Hotels könnten dabei eine Rolle spielen.

Sauna, Whirlpool, Entspannungsdusche und Entspannungsbereich gehören zur Ausstattung jeder Einheit bei Wellnest

Anzeige

Bund unterstützt Hotels beim Energiesparen

Mit der Bundesförderung für effiziente Gebäude bekommen Hotels einen 15 %-Zuschuss für ihre Energieeffizienzmaßnahmen, wie die Anschaffung eines Energiemanagement-Systems. Was Hotels zur Förderung wissen müssen, ist in einem kostenlosen Merkblatt zusammengefasst. Merkblatt downloaden

Ein paar Stunden abschalten: Zuerst der Gang in die Sauna, eine kühle Dusche und danach im Whirlpool relaxen. Anschließend ein kleiner Imbiss und ein kühler Drink, dazu Entspannungsmusik oder wahlweise einen Film genießen. Die per Display ausgewählten Essens-Bestellungen werden über eine Durchreiche geliefert, so dass die Gäste gänzlich ungestört bleiben. 

All das bietet in immer mehr Großstädten das neuartige Wohlfühlkonzept, ohne dass man sich dafür zu Hause eine teure Sauna oder einen Whirlpool anschaffen müsste. Exakt 36 Quadratmeter groß und immer gleich ausgestattet warten die sogenannten Nester auf entspannungssüchtige Gäste, vornehmlich Paare. Erst beim Betreten der Wellness-Einheit füllt sich der Whirlpool vor ihren Augen, absolute Privatsphäre ist garantiert.

Die Tagesraten erreichen das Niveau der Luxushotellerie

Für dieses Erlebnis zahlen die gestressten Großstädter je nach Uhrzeit, Wochentag und gebuchtem Paket zwischen 50 und 75 Euro für zwei Personen pro Stunde, der Mindestbuchungszeitraum beträgt zwei Stunden. "Vier bis fünf Belegungen pro Tag und Nest schaffen wir in der Regel", berichtet Marc André Pfeiffer (Foto), Geschäftsführer und Co-Gründer von Wellnest.

Das Unternehmen erzielt damit eine Tagesrate pro vermieteter Einheit, die einem Luxushotel nahekommt oder sogar noch übertrifft. Gleichwohl wird auch bei Wellnest ein erheblicher Aufwand betrieben. Rund 28 FTE (Vollzeitäquivalente) werden pro Betriebsstätte benötigt. Reinigung, Service, Rezeption und Küche gilt es zu bedienen, und in der Essener Zentrale arbeitet darüber hinaus ein 20-köpfiges Team, vornehmlich in IT, der Bau- und Planungsabteilung sowie im Marketing. 

Für die Errichtung einer neuen Filiale investiert das Unternehmen einen mittleren Millionenbetrag. Insbesondere die Wasseraufbereitung für die rund 20 Whirlpools ist komplex, die Hardware mit Sauna und Whirlpool teuer. Dennoch, das Wohlfühl-Business scheint aufzugehen. "Das Geschäft lohnt sich, unsere Filialen arbeiten für sich genommen bereits profitabel", berichtet Pfeiffer. Nachdem er zuerst nur die erste Einheit in Essen eröffnet und durch die Corona-Krise gebracht hatte, konnte der Geschäftsführer im vergangenen Jahr Niederlassungen in Köln, Bonn und Hamburg nach dem gleichen Konzept in die Umsetzung bringen. Und auch diese Outlets seien bereits erfolgreich. 

Großes Interesse an Partnerschaften im Rahmen von Hotelneubauten

Daher werde nun ein stärkeres Wachstumstempo zugelegt. Schließlich gibt es mit My Spa und My Wellness zwei ähnlich große Wettbewerber im deutschen Markt. Für 2024 ist bei Wellnest mit voraussichtlich fünf Neueröffnungen zu rechnen, eine davon in Oberhausen. "Wir suchen nach Objekten mit einer Größe von rund 2.000 Quadratmeter", erklärt Pfeiffer. Es müsse sich nicht zwingend um eine Top-Lage handeln, wobei eine gewisse Sichtbarkeit der Marke in der Stadt nicht unwichtig sei. "Gerade bei Hotelneubauten, die noch nicht fertig verplant sind, könnten sich interessante Synergien und Partnerschaften ergeben", vermutet Pfeiffer. Und für das ebenfalls geplante Wachstum im Ausland kann er sich grundsätzlich ein Länder-Franchise vorstellen, welches er aber nur an einen erfahrenen Hospitality-Betreiber vergeben würde.

Neben vielen Parallelen zum Hotelgeschäft gibt es jedoch auch einen signifikanten, aber positiven Unterschied: "Wir funktionieren ausschließlich im Direktvertrieb, alle Buchungen werden über unsere Webseite und über unser eigenes Reservierungssystem verarbeitet, auch die Gutscheine verkaufen wir ausschließlich selbst", berichtet Pfeiffer. Teure Booking-Provisionen belasten also nicht das Geschäft. Trotzdem arbeite man nahezu an der Auslastungsgrenze, lediglich im Hochsommer und zu den Ferienzeiten gibt es vereinzelte Buchungslücken. Und spätestens hier ist auch Wellnest von einem Dauerproblem der Branche betroffen. Marc André Pfeiffer: "Das Hauptthema ist auch bei uns: Personal, Personal, Personal."

Pascal Brückmann

Newsletter kostenlos bestellen

Ja, ich möchte den Newsletter täglich lesen. Ich erhalte ihn kostenfrei und kann der Bestellung jederzeit formlos widersprechen. Meine E-Mail-Adresse wird ausschließlich zum Versand des Newsletters und zur Erfolgsmessung genutzt und nicht an Dritte weitergegeben. Damit bin ich einverstanden und akzeptiere die Datenschutzerklärung.

Anzeige