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1. März 2022 | 07:00 Uhr
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Reiseunternehmen zeigen Solidarität und Hilfsbereitschaft

Die Ukraine erfährt nach dem Überfall durch Russland einen enormen Beistand. Dabei bleibt es nicht nur bei Solidaritätsbekundungen. Unternehmen stellen sich mit ganz unterschiedlichen Aktionen klar auf die Seite der Ukrainer und gegen den russischen Präsidenten.

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Auch die Reiseindustrie in Deutschland zeigt Flagge gegen den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine

Der IT-Dienstleister Peakwork hat angekündigt, aus Solidarität und Unterstützung des Entwicklerteams in der Ukraine sämtliche Partnerschaften mit Russland umgehend einzustellen. "Wer Krieg gegen unsere Entwickler führt, ist unter diesen Umständen kein Partnerland", sagt Gründer und CEO Ralf Usbeck. Peakwork ist mit seiner Player-Hub-Technologie auch in Russland vertreten. Seit über fünf Jahren arbeite das Unternehmen mit einem Vertriebspartner in Russland zusammen, der gleichzeitig die Technologie einsetzt. "Diese Zusammenarbeit wird nun eingestellt", sagt Usbeck.

Die staatliche Agentur für Tourismusentwicklung der Ukraine hat indes laut Fachportal FVW zu einem kompletten Boykott und der Kappung aller Geschäftsbeziehungen mit Russland aufgerufen: "Alle Reisemedien, alle Flug-, See- und Landtransportunternehmen, alle Online-Vermittlungsstellen und andere: Stellen Sie Ihre Aktivitäten in/mit Russland ein, verbieten und sperren Sie alle russischen Profile, beenden Sie die Zusammenarbeit!"

Einige Reiseveranstalter haben bereits ihre Reisen nach Russland für längere Zeit abgesagt. Wie schon Hauser Exkursionen stoppte auch Chamäleon Reisen alle Russland-Reisen für dieses und nächstes Jahr und spendete 5.000 Euro an eine humanitäre Organisation. "Ich hoffe sehr, dass das Leid so schnell wie möglich endet und alle Menschen in der Ukraine ihre Freiheit behalten", so Inhaber Ingo Lies. "Gleichzeitig wünsche ich mir für die Menschen in Russland, dass die Ära Putin möglichst bald endet."

Airbnb hat europäischen Regierungen angeboten, bis zu 100.000 Flüchtlinge aus der Ukraine vorübergehend kostenlos zu beherbergen. Die Aufenthalte sollen gemeinsam von Airbnb, seiner Stiftung und den Gastgebern finanziert werden. "Wir wissen, dass sich Gastgeber:innen und Gäste auf Airbnb auf der ganzen Welt  engagieren wollen, um Menschen, die aus der Ukraine fliehen möchten, zu unterstützen", heißt es in einer Mitteilung. Der gemeinnützige Ableger Airbnb.org hat bereits in der Vergangenheit Unterkünfte für Flüchtling aus Afghanistan und Syrien bereitgestellt.

Einen Aufruf, freie Hotelzimmer für Flüchtlinge aus der Ukraine zu melden, hat die Hotel Sales & Marketing Association (HSMA) gestartet. "Lasst uns Geflüchteten ein Zuhause zu geben", schreibt der Verein und nennt Anlaufstellen für Hoteliers in den Bundesländern. Die Deutsche Bahn hatte bereits am Wochenende mitgeteilt, dass sie Flüchtlinge aus der Ukraine kostenlos nach Deutschland mitnimmt.

Auch eher sympolischer Protest macht sich breit. So erteilte das Bayside Hotel in Scharbeutz an der Ostsee nicht nur dem russischen und dem belarussichen Präsidenten wegen des Krieges lebenslanges Hausverbot, sondern auch Altkanzler Gerhard Schröder, der für den Chef des Vier-Sterne-Hotels ein Komplize Putins ist.

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